scala-streik: salvatore nastasi
...von Freund und Feind vorzugsweise «Salvo» genannt, ist ein mächtiger Mann in der italienischen Theaterszene, regelmäßiger Gast auf den roten Teppichen von Mailand bis Palermo und immer für eine Provokation gut. Seit 2005 leitet der schwergewichtige Hüne das Ressort «spettacolo dal vivo», sprich: darstellende Künste im italienischen Ministerium für Kultur. Derzeit gilt seine Ambition der Ausarbeitung eines neuen Gesetzes, das auch die Zukunft der 13 nationalen Opernstiftungen regeln soll, die finanziell am Rand des Abgrunds manövrieren.
Was den Juristen allerdings prädestinieren könnte, Intendant der Scala zu werden, wenn Stéphane Lissner 2015 an die Pariser Oper wechselt, das scheint niemandem so recht einzuleuchten. Im italienischen Blätterwald rauschte es jedenfalls mächtig, als dieses Gerücht unlängst die Runde machte – und noch mächtiger, nachdem Nastasi einmal mehr sein rhetorisches Kampfbesteck vorgeführt hatte.
Die Steilvorlage dazu kam ausgerechnet aus der Scala, namentlich von den Choristen und Tänzern, die sich weigerten, dienstplanmäßig zur Premiere von Sasha Waltz‘ aus Paris importierter «Roméo et Juliette»-Inszenierung anzutreten. Ihre Gewerkschaften verlangten vom ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: menschen, Seite 34
von Silvia Poletti
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Louise Lecavalier,
Sie haben Ihr neues Werk «So Blue» genannt – sind Sie bekennende Melancholikerin? Ich fühle mich weiß, schwarz, gelb, rot, aber… eigentlich – I feel so blue! Für mich ist die Seele blau, ihre Helligkeit und Tiefe. Sie verwandelt sich kontinuierlich, durchlebt Stadien zwischen Leben und Tod. Ich bin leicht und glücklich, dunkel und ängstlich,...
