Richard Siegal: «Stranger/ Stranger Report»
Bin ich eine Person? Vielleicht bin ich deren zwei, vielleicht keine. Fragt Richard Siegal, robbt und reibt sich. Und je intensiver er sich an sich selber reibt, umso mehr soll ihn das wohl vor den Blicken der Zuschauer schützen. «Stranger/ Stranger Report» wäre nicht mehr als eine weitere dieser Brainstorming-Performances mit Kapuze, Motorradhelm und Monitoren, spürte man nicht zwischen den Lianensträngen aus Starkstromkabeln so viel kindlichen, spontanen Humor und so viel Lust, über sich selbst zu schmunzeln.
Richard Siegal ist ein Meister im Legen von falschen Fährten.
Wenn man ihm so zusieht, drängt sich der Verdacht auf, dass entweder dieser Richard eine Art Cotangens von Siegal sein muss, ein Richard der dritten Dimension, oder ein CIA-Agent im Hohlraum der eigenen Persönlichkeit. Alle möglichen Unwägbarkeiten droht er an: Instabilität, intime Beziehung und Interaktion, versteckte Kameras. Strange, strange ... Er lädt uns in einen Bunker unter dem Théâtre national de Chaillot, direkt gegenüber dem Eiffelturm. Stieg er in diesem hochnäsigen Tempel nur ab, weil dort auch sein Mentor Forsythe gastiert?
Nein, dieser Siegal ist ein Humorist. Alles Didaktische, Demonstrative ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Violence, love and death characterize the work of one of the most important painters, Francis Bacon. The body is one of the key elements in Bacon’s paintings, which he appears to make move with his sublime technique. Reason enough for choreographer Nanine Linning to take the strong emotions in his work as the point of departure for her performance.
Linning left the...
Erwachsene haben es gut. Sie kennen schon alles. Und was sie nicht kennen, interessiert sie nicht. Wäre das die Haltung von Schülern, die meisten würden 24 Stunden Playstation-Action mit beiden Daumen wegdrücken, aber bloß nicht ihren Arsch, geschweige denn ihr Bein hochkriegen. Gut, dass es Erwachsene gibt, die nicht länger zusehen können, wie ihre Kinder mit...
Ich treffe Jason Beechey in der Raffinerie, einer ehemaligen Zuckerfabrik in Brüssel, wo Charleroi/Danses seine Studios hat. In Dresden ist er seit diesem Semester Rektor der Palucca Schule, der einzigen eigenständigen Hochschule für Tanz in Deutschland. Die Ernennung kam nicht von ungefähr: Schon seit einigen Jahren kümmert sich Beechey in ganz Europa um die...
