Die Hoffnungsträger
Konsterniert debattiert man in Südkorea darüber, warum das Land so viele exzellente Tänzer hervorbringt, aber keine Nachwuchschoreografen von internationalem Format. Jaehoon Choi hat die Antwort und vielleicht sogar ein Mittel der Besserung: das Seoul Dance Center. «Viele junge Choreografen wollen Stücke kreieren, aber die Universitätsprofessoren kontrollieren die Tanzlandschaft und hemmen sie in ihrer Entwicklung.» Choi studierte Theaterwissenschaften und war Produktionsleiter an Koreas Staatsoper.
Dann wurde er zum Leiter des Hongeun Art Creative Center ernannt, gewidmet den Bildenden Künsten und dem Tanz. Choi aber fand: Der Tanz braucht mehr. Nach einem Umbau eröffnete der Ort im April 2016 neu, als Seoul Dance Center.
Sechs Studios gibt es dort nun, Wohnräume und ein neues, dreistufiges Konzept. Erstens: einen Freiraum für die einheimische Szene schaffen. Zweitens: eine Rückholaktion starten, denn die vielen choreografischen Expats, die in überseeischen Kompanien tanzen und zum Teil auch selbst choreografieren, können der heimischen Szene nur guttun. Drittens: internationales Networking betreiben, derzeit etwa mit Kampnagel, dem Kyoto Art Center und Movement Research in New ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 171
von Thomas Hahn
Die Belgierin spannt Shakespeare und Brian Eno zusammen, Tanz und Museum – und feiert Triumphe, selbst an der Pariser Oper. Weil sie einer der klügsten und eigensinnigsten Köpfe der internationalen Szene ist
Keine Überraschung, dass die Kunst dieser Choreografin einmal mehr Kritiker wie Zuschauer überzeugt hat, denn Anne Teresa De Keersmaeker tritt einfach nie auf...
Neulich bin ich richtig überrascht worden. Die Vorstellung fand in einem leeren Klassenzimmer statt. Wo sonst die Lehrerin steht, spielte eine Frau am DJ-Pult. Die Zuschauer drückten sich an den Wänden entlang, als die mütterlicherseits aus Sri Lanka stammende Sara Mikolai mit verdecktem Gesicht und nacktem Rücken den Raum be-trat, um wie angekündigt ein Ritual zu...
Diese Künstlerin hat den Mut, die Getriebenheit und den Scharfblick, die in Zeiten wie diesen gebraucht werden. Elisabeth Bakambamba Tambwe, geboren 1971 in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, ist seit 2007 Wienerin. Bis vor fünfzig Jahren hieß Kinshasa nach dem belgischen König Leopold II. noch Léopoldville. Der Herrscher hatte sich seinen «Freistaat Kongo»...
