arkadi zaides
ist ein Hoffnungsträger in doppelter Hinsicht – für Israel und für den Tanz. Hervorgegangen wie so viele andere Choreografen aus der Batsheva Dance Company unter Ohad Naharin, mag er sich nicht mit den alltäglichen Ungerechtigkeiten der Besatzungsmacht Israel in den besetzten Gebieten abfinden. Er legt den Finger in die Wunde, hört nicht auf, die Mechanismen hierarchischen Denkens aufzudecken und anzuprangern, indem er sie unkommentiert dokumentiert. Diesen Dokumentationen verleiht er in Kombination mit fragmentarischen, recht ungelenken Bewegungen einen Anstrich sardonischen Humors.
Für «Archive», ein circa 90-minütiges Solo, uraufgeführt im Streiksommer 2014 beim Avignon-Festival, bediente er sich der Video-Aufnahmen, die B‘Tselem, das Israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten, bei Palästinensern in Auftrag gegeben hat. Die Amateuraufnahmen zeigen Schikanen, wie sie sich die Besatzer, oftmals aus reiner Langeweile, immer wieder einfallen lassen. Zaides‘ Projektions- und Körpertheater beginnt quälend langsam und endet in einer atemberaubenden Choreografie der Gewalt als Stretta, indem er die zeitlupenhaften, in Wiederholungen eingeübten Bewegungen ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 184
von Eva-Elisabeth Fischer
Noé Soulier, Sie gelten als junger Überflieger, lernten zuerst Ballett, gingen dann an die Ausbildungsschule P.A.R.T.S. nach Brüssel und studierten gleichzeitig Philosophie. Warum interessieren Sie sich für Ballett? Im Ballett wird Emotion von Bewegungen ausgelöst, hinter denen eine Technik steht, die Teil einer Systematik ist. Es scheint mir interessant zu sein,...
ist ein Riesentalent, ausgestattet mit viel Theatererfahrung und einem Körper von immenser Spannkraft. Geboren in Frankreich, kam er 1998 im Alter von 18 Jahren nach Montreal, wo er zunächst die Zirkuskünste, dann Ballett und zeitgenössischen Tanz erlernte. Ihm zuzuschauen, ist das reine Vergnügen, auch weil er sich rückhaltlos in jedes Projekt hineinwirft, das...
Für den Choreografen und Direktor des Ballett am Rhein, Martin Schläpfer, ist die Theaterbühne ein magischer Ort, an dem er den Zuschauer verzaubern, berühren und zum Nachdenken anregen möchte. Umgekehrt aber auch ein Ort, den Schläpfer in seiner Vorbestimmtheit immer wieder neu zu begreifen sucht. Zuletzt geschah das besonders intensiv bei ««DEEP FIELD», in der...
