Liebe, Tod und Teufel

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Die Werbekampagne des Berliner Staatsballetts für die just begonnene Saison zeigt stürmisch aufgepeitschtes Meer, nebelumfangene Wälder, schroffe Felsen, wild-leidenschaftliche Natur. Motive wie von Caspar David Friedrich, dem deutschen Romantiker, dem das Gefühl Gesetz war. Dazu fordert die klassische Kompanie auf: Lasst Euch aufwühlen – von der Kultur. Das geht seit dem frühen 19. Jahrhundert ganz gut. Damals griff der Überschwang der romantischen Dichtung, Malerei und Musik aufs Ballett über und machte mit der Erfindung des Spitzentanzes die Romantik zur Klassik des Tanzes.



Zuerst als Teil einer Operninszenierung. 1831 holt Giacomo Meyerbeers «Robert le diable» die Geister der unkeuschen Nonnen aus ihrem ruhelosen Grab zum entrückten Bacchanal. Marie Taglioni führt sie in der Uraufführung an. Ein Jahr später schneidert ihr Vater ihr ein Elfenwesen auf den Leib, das bis heute als der Inbegriff des Romantischen Balletts gilt: «La Sylphide». Haltung und Handlung bleiben stilbildend für alle folgenden romantischen und viele neoromantische Werke – «Giselle», «La Bayadère», «Schwanensee» ... – unentschlossener Jüngling träumt von der idealen Liebe, erliegt dem Charme einer Illusion ...

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Tanz Oktober 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
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