Das chinesische Kollektiv Zuhe Niao zur Sommerszene
Armes China. Wo nicht so getanzt wird, wie es die Menschen selbst bewegt, ist die Welt im Argen. In China gibt es darum nur eine Hand voll Tanzgruppen, die über die Verhältnisse tanzen. Dazu gehört dieses Jungkollektiv von Künstlern aus Shanghai, Zuhe Niao, das mit Tanz etwas ausdrückt, was nahe liegend nur mit Tanz ausgedrückt werden kann: das Schweigen müssen.
Tongue’s Memory of Home ihres kontoführenden Autors und Regisseurs Zhang Xian schreibt folgendes Dissidentengedicht an die Wand: «Those souls who permit me to speak / Do not let the tongue recover memory / The word dances wildely on the other shore». Was bringt die innere Zensur des Menschen kürzer auf den Punkt? Selten war auch der Tanz – kein besonders gut getanzter – von mehr Notwendigkeit gezeichnet: ein Picknicker, der mit der Botanisiertrommel nach Gedanken fischt, und vier den Albtraum tanzende Subjekte, die nachtwandelnd ihre Schrecken der erkennungsdienstlichen Behandlung erleben. Die dabei geraubte Seele verlieren sie an die Gewohnheit, nur noch Quadrillen zu tanzen. Die Kulturrevolution steckt diesem Totentanz in den Knochen, und die Aufforderung, nach der Revolution noch triumphaler, noch kollektiver die ...
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Ihre Eltern flohen vor der griechischen Diktatur nach Belgien. Die Tochter, die ihre eigene Spielstätte in Berlin betreibt, kehrt jetzt kurz zurück ins Land, das mit orthodoxer Beharrlichkeit sich weigert, Nackte auf der Bühne zu ertragen. Das Schlussbild in Toula Limnaois’ jüngstem Stück: ein Haufen sehr leiblicher Leiber vorn, ein Berg von Kleidern weiter hinten....
Dichte Nebelschwaden steigen aus den Flussauen entlang der Marne. Von den Weinbergen der Region ist nichts zu sehen. Es ist Ende Mai – es könnte ebenso gut ein dampfend-feuchter Herbstmorgen sein. Der Zug braucht neunzig Minuten von Paris Richtung Osten ins Herz der Champagne – nach Châlons, das bis vor ein paar Jahren noch Châlons-sur-Marne hieß und sich in...
Knarzende Türen, leiernde Tonbandaufnahmen, der umgekippte Kopf einer Götterstatue und düstere Schattenspiele: Beginnt so ein klassisches Ballett, noch eins nach Marius Petipas berühmter «Bayadère»? Es liegt nah in diesem wehen Anfang von Terence Kohlers «Die Tempeltänzerin», den Verweis auf eine rostige Vergangenheit zu sehen. Zudem Cineastisches in der Luft...
