Mobilität
mobilität ist ein Zauberwort – für die Beamten der Europäischen Kommission. Um Europa zu einigen, soll sich die Bevölkerung mischen, mögen Italiener in Irland oder Polen in Portugal arbeiten, wie einst im Mittelalter die Handwerksburschen auf die Walz gingen. Denn daheim war die Arbeit ausgegangen. Längst fordern sämtliche Kontaktstellen für die Kulturförderung der EU nachdrücklich auch Tänzer und Choreografen dazu auf, von Theaterhaus zu Tanzhaus zu ziehen.
Dafür bilden lokale Kulturhäuser, die sich nun «Residenzen» nennen, immer neue Verbünde und wechselnde Netzwerke, um den von Berufs wegen mobilen Tänzern ein nomadisches Leben zu ermöglichen. Damit sie – zweites EU-Stichwort: Bildung – Erfahrungen von Faro bis Rovaniemi machen. Wie selbstlos!
Zahlreiche Förderinitiativen konkurrieren um den europäischen Geldtopf, der immer wieder seinen Namen wechselt und ein Heer von Beamten beschäftigt, weil auch arme Gemeinden erkannt haben, dass EU-Gelder selbst dann fließen, wenn sie nur wenig bieten können: eine Gästewohnung, eine zum Tanzstudio umfunktionierte Turnhalle, ein Taschengeld. Im Nebeneffekt, hofft mancher, gibt es zudem ein Gastspiel gegen Brot, ein Event für ein Ei. Aber wie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
aus Portugal erhielt für seine Choreografie «Betwixt» den ersten Preis des Choreografenwettbewerbs der dänischen Cross Connection Ballet Company in Kopenhagen. Den zweiten und dritten Preis gewannen Yi Huang und Shu-Yi Chou aus Taiwan. Das Publikum liebte Maša Kolar aus Kroatien in «Bonet», das mit Zoran Marković entstand. In der Jury saßen Bruno Heynderickx,...
Es ist schon in frühester Zeit so gewesen. Überall führen Tanz und uralte Skulptur einen lebendigen Dialog. Da sind die in Stein gemeißelten Abbilder von Tänzerinnen in frühen Hochkulturen, etwa der indischen Devadasis, die bis heute von der Inspiration und Faszination des Tanzes zeugen. Auch bei Émile-Antoine Bourdelle, der vor einem Jahrhundert in Paris die...
Ikebana, Bonsai oder Okimono schmücken traditionellerweise die Ausstellungsnische in japanischen Empfangsräumen, die Tokonoma. Mit seinem gleichnamigen, 2007 begonnenen Triptychon knüpfte der Choreograf Ludger Lamers an diese Idee der Schaunische an. Mit dem Duett «Le sceptre et la marotte» und der Sängerin Silvia Teixeira schloss Lamers die Trilogie im vergangenen...
