Magdeburg: Gonzalo Galguera «Diva»
Gonzalo Galguera glaubt an die Bedeutung von Diven, auch an ihren glamourösen Lifestyle in einer global uniformierten Welt. Mit seiner für klassische Handlungsballette hervorragend aufgestellten Truppe verführt er das hingerissene Magdeburger Pub-likum in acht Szenen, die von zwei raunenden Zwischenspielen unterbrochen werden, zum Nachdenken über das Leben einer Diva.
Es ist keine bestimmte der legendären Damen gemeint, selbst wenn Anastasia Gavrilenkova, die mit Leah Allen als körperliche Sehnsuchtsfläche alterniert, auf einem lasziv roten Lippensofa wie Marlene Dietrich zwischen männlichen Verehrern posiert.
Das Symbol auf dem Portalschleier sagt fast alles: In der Regenbogenhaut eines menschlichen Auges rotieren Räderwerke als Zeichen für Verlangen und Projektion – für die Maschinerie, die Diven produziert, die Aufstieg, Zenit, Fall und Vergessen steuert. Galgueras Choreografie ist vor allem Gruppenbild mit Dame und einigen prägnanten Accessoires, ohne Lieben und Leiden. Stille Tableaus wechseln ab mit klar gefassten Ensembleszenen.
Viel Glanz, kein Elend: Nie überschreitet die Choreografie ihre mit diffuser Aura selbstgesetzten Grenzen. Das liegt am dunkel-sehnigen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2018
Rubrik: Kritik, Seite 40
von Roland H. Dippel
Rudolf Nurejew
Einmal mehr steht er im Zentrum der Aufmerksamkeit, kriegt einen ganz großen Leinwand-Auftritt. Ralph Fiennes, seit «Schindlers Liste» ein Star auch hierzulande, verfilmt mit «The White Crow» das dramatische Leben des Tänzers, der im Westen sein Glück machte, aber keine Heimat mehr fand. Das Schicksal, das Gerhard Brunner fürs «tanz»-Jahrbuch 2018...
Deutschland
On tour
Die PreisträgerInnen des «22. Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart» (tanz 5/18) präsentieren ihre Gala: Stuttgart, Treffpunkt Rotebühlplatz, 16., 17. Nov.; Heidelberg, HebelHalle, 18. Nov.; Karlsruhe, 19. Nov.; Augsburg, Kulturhaus abraxas, 21. Nov.; Lindau, 22. Nov.; Regensburg, 23., 24. Nov.; Puchheim/München, 25. Nov.; Ulm,...
Es gibt zwei Möglichkeiten, auf Disneys Weihnachtsspecial «Der Nussknacker und die vier Reiche» zu reagieren: «Au weia!» oder «Sieh mal einer an!». Wer mit Tschaikowskys «Nussknacker» groß geworden ist, muss auf jeden Fall umdenken. Was ja dem Grundsatz nach kein Schaden ist. Kinoregisseur Lasse Hallström zieht zwei erzromantische Stoffe zusammen, um daraus eine...
