Knoten entknoten
Ich bin auf zwei Feldern tätig – Tanz und Konfliktlösung. Die Arbeit von Tänzern und Choreo-grafen beinhaltet körperliches Denken und sich choreografische Strategien auszudenken, um Ideen eine kommunikative Form zu geben. Die Arbeit eines Konfliktspezialisten zielt darauf, Menschen im Konfliktfall dabei zu helfen, dass sie miteinander über einmal erkannte Grenzen hinweg wirksam kommunizieren können.
Als ich anfing, Konflikte zu bearbeiten, hatte ich schon 30-jährige performative und schöpferische Erfahrung in Tanz und Theater hinter mir, die meiste Zeit davon beim Ballett Frankfurt und bei der Forsythe Company, ebenfalls in Frankfurt. Ich wusste um die Subtilität und die Macht körperlicher Prozesse, wenn es darum geht, Erfahrung zu ermöglichen und im Kontext einer Performance Veränderungen auszulösen. Aber ich lehnte anfangs die Idee ab, choreografische Strategien im Konfliktbereich zu nutzen. Ich fürchtete, dass mir eine Zusammenführung der Arbeit beider Bereiche nichts als einen verwässerten, wirkungslosen Mischmasch bescheren würde.
Nach einer Phase von «trial and error» im Bereich der Konfliktlösung, insbesondere in der Arena des öffentlichen Dialogs, stellte ich fest, dass ich ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Körper: Im Wandel, Seite 70
von Dana Caspersen
Ihre Stücke entfalten einen hypnotischen Sog. Dabei sind es dunkle, geheimnisvolle Welten, die diese Choreografin entwirft. Gedankliche Tiefe und konzeptuelle Strenge gehen immer einher mit einer hinreißenden Sinnlichkeit. Bei ihren bildstarken Arbeiten fällt die Affinität zur Bildenden Kunst sofort ins Auge. Wie sie die Körper im Raum arrangiert, hat skulpturale...
Was für eine vielversprechende Ansage: Richard Siegal / Ballet of Difference wird die neue Company heißen, mit der der einstige Forsythe-Tänzer und inzwischen schon langjährige Choreograf die Tanzwelt sowohl aufmischen als auch voranbringen will. Und wenn das einem zuzutrauen ist, dann Siegal. Wenn man ihn bisher auf einen Stil festlegen wollte, war er längst...
Ein Frühlingsvormittag in den Berliner Uferstudios. Das Bullauge in der Tür, hinter der gerade geprobt wird, ist mit Zeitungspapier verklebt. Nur ein winziger Spalt lockt das Auge – gerade groß genug, um ins Innere zu linsen. Da sitzt ein graumelierter Lockenkopf auf dem Boden und schaut gebannt sechs Tänzern zu, die ausdauernd eine einzige Passage wiederholen,...
