Mario Schröder: «Love Hurts … Petrushka»
Tiefer kann ein Kopf nicht hängen; saft- und kraftloser können Arme kaum schlenkern. Wer der Loser ist, sieht man auf den ersten Blick. Petruschka, diese traurige Spaßmacherfigur, hat weder bei einer Ballerinapuppe noch gegen seinen Konkurrenten Mohr eine Chance. Bei Michail Fokin und Igor Strawinsky war die Sache 1911 in etwa einer knappen Stunde abgefeiert. Im wörtlichen Sinn, denn das Jahrmarktsetting machten Komponist und Choreograf zu einem Fest fürs Völkchen.
Die Aktualisierung heute führt uns keine Love Parade vor, auch keine zauberpuppenirre Fantasie aus der Parallelwelt. Stattdessen bügeln das Konzept des Tanzdramaturgen und -managers Dirk Elwerts und die Choreografie des künftigen Leipziger Ballettchefs Mario Schröder die krause Geschichte zu einer niedlich «Dancical» genannten tanzstilmixenden Tournee-Inszenierung zurecht, die laut Claus Stumps Ausstattung auf einem sandigen Platz vor einem abgehalfterten Zirkus spielt.
Vorn sitzt, im clownmäßig karierten Anzug, der texanische Berliner Smiley Garfield als die Ruhe selbst, eindrucksvoll. Mal spricht, mal singt er von schmerzender Liebe und so. Statt aufs Theater auf dem Theater wie bei Fokin blickt man bei ihm in ...
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Philippe Saire liebt Trilogien. Seine letzte war ein «Fragenkatalog zur männlichen Identität», in der er sich auf Elisabeth Badinter («XY. Die Identität des Mannes»), Elias Canetti («Masse und Macht») und Stanley Kubrick («Full Metal Jacket») beruft. So schraubt er Erwartungen hoch in «Lonesome Cowboy», mit der er diese Trilogie nun beendet, die 2006 zum 20....
Am 10. Juli 1843 gewährte der Schriftsteller, Kritiker und Librettist Théophile Gautier den Lesern der Zeitung «La presse» Einblicke in sein Haschischparadies: «Noch nie hatte ich ein solches Glücksgefühl erlebt. Ich löste mich auf, war so weit entfernt von mir […] dass ich zum ersten Mal die Existenz der Elementargeister verstand, der Engel und der vom Körper...
«Aaah …», Bogdan Nicula fasst sich ans Knie. Gerade ist er von der Messplatte aus dem Stand, ohne ins Plié zu gehen, in die Höhe gesprungen und unsanft gelandet. «Jetzt maximal!», ruft ihm die Therapeutin zu. Der Künstler absolviert einen Testparcours im Rehabilitationszentrum medicos.AufSchalke. Er gibt alles. Nach der Sprungkraft testet man sein...
