Hans Van den Broeck: «en servicio»
Wenn ein Tänzer respektive Performer die Bühne betritt, dann trennt sich die Kraft: zwischen dem Darsteller, dessen Name im Programmheft zu lesen ist, und seiner Figur oder Gestalt. Ersterer repräsentiert den Werktätigen, zweiterer sind Werkstücke, die er dem Publikum zur Verfügung stellt. Insofern bieten Tänzer ihrem Publikum einen Service an. Sie sind Dienstleister.
Hans Van den Broecks bei ImPulsTanz in Wien uraufgeführtes Stück «en servicio» bezeichnet das bereits im Titel.
Das Werkstück des Werktätigen als Dienstleistung vorzustellen, ist nicht neu, aber der 32-jährige belgische Choreograf, Mitglied von Les Ballets C. de la B., verwischt diesen Gedanken im Ablauf so sehr, wie er ihn im Titel betont. Die acht Performer von Van den Broecks Cie. SOIT («Stay Only if Temporary») werden über eine eindreiviertel Stunde durch ein Szene für Szene abgespultes Dickicht aus Handlungen getrieben, in dem sich Reste von realen Personen verbergen sollen. Auch wer das Programm nicht gelesen hat, versteht, dass es hier um die Fluktuation angerissener, «wahrer» Geschichten geht. Zu Beginn entern die Tänzer aus dem Publikumsraum ihre Spielwiese, bilden Formationen und beginnen, sich mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Istanbul, die Schöne, die Geheimnisvolle, die Faule und Quicklebendige, war immer schon und ist noch heute eine kosmopolitische Stadt. Das Klischee vom Brückenkopf zwischen Europa und Asien ist oft strapaziert worden und trotzdem wahr. Keine andere Metropole, Rio de Janeiro vielleicht ausgenommen, hat eine solche Lage, solches Wetter und solche hinreißenden...
Zu den «Goldberg Variationen» nicht tanzen. Und das nackt, wie im Paradies. «Frans Poelstra, his Dramaturg and Bach» beginnt mit dem Blick auf einen CD-Spieler, eine Bach-Büste und Räucherstäbchen. Auf dem Mikrofonständer reitend erklärt Poelstra, dass er so seinen Körper «noch weiter ausdehnen» kann und daher «Bachs Musik noch besser huldigen.»
Robert Steijn,...
Zehn lange Jahre hat Paro auf Devdas gewartet. Beide verbrachten eine glückliche Kindheit in der indischen Provinz. Dann wurde Devdas von seiner Familie nach London geschickt, um eine Ausbildung als Jurist zu absolvieren. Paro schwor ihm ewige Liebe und entzündete als Zeichen ihrer Treue eine Öllampe. «Diese Lampe wird nie erlöschen, die Flamme meiner Leidenschaft....
