europa fördert
Nennen wir ihn der Einfachheit halber Mitch. Mitch ist Tänzer, auch Choreograf, und hat eine Vorliebe für «Crossover». Sein Freund ist Musiker. Gelegentlich tanzt Mitch ein elaboriertes Solo zu dessen Livekonzerten. Schwer beeindruckt sind die beiden von ihren anderen Künstlerfreunden, Malern, Zeichnern und Bildhauern, auch wenn man in ihren Kreisen eine allzu genaue Zuordnung eines Tanzstils ebenso ablehnt wie die Festlegung auf nur eine Kunstrichtung. Man kann nicht behaupten, dass diese Haltung ihrer Künstlerkarriere bislang genutzt hat.
Aber sie leben ja und überdies in einem internationalen Netzwerk. In ihren Kreisen diskutiert man gern Fragen wie: Warum Tanz eigentlich in eine Black Box gehört, bildende Kunst in einem White Cube ausgestellt werden muss, und was genau das ist: der Klangraum der Musik? Die Klage, wie sehr solche architektonischen Festlegungen ihre jeweiligen Sparten beengen, haben sie schon bei mancher Flasche Wein gemeinsam erhoben.
Irgendwann ist die Sache mit der Box, dem Cube und dem Hörraum zu einer fixen Idee geworden. «Dice», der Würfel, findet Mitch, wäre ein gutes Bild für den Käfig der Künste. «Dice» könnte man eine Kompanie nennen oder ein ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann
Ende November 2014 hatte «Made in Bangladesh» Premiere in Ludwigshafen, im Theater im Pfalzbau. Danach ging das Stück auf Gastspielreise durch deutsche Städte, tourte in Indien, war Ende Januar sogar in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, zu sehen, wo es auch entstanden ist. Es wird weiter reisen, weiter seine Kreise ziehen. Und allüberall gibt die...
Sie ist die ungekrönte Königin der Grimassenkultur. Marlene Monteiro Freitas, aus ihrer kapverdischen Heimat nach Lissabon gelangt, stellt alle Begriffe von Ästhetik auf den Prüfstand. Sie hält es mit Performance, Clown und Karneval, mit Punk und Martialischem. Schon ihr irrwitziges Solo «Guintche» setzte ein Ausrufezeichen, wie man es in der Tanzlandschaft kaum...
_____deutschland
On tour
Die Kibbutz Contemporary Dance Company aus Israel zeigt mit «If at All» eine neue Arbeit ihres künstlerischen Leiters Rami Be’er: Nur durch Bewegung, Licht und Klänge werden fantastische Räume gezeichnet: Fürth, 19.–23. Mai; Bonn, Theater, 27., 28. Mai;
Coesfeld, 29. Mai; kcdc.co.il
Das Nederlands Dans Theater 2 gastiert mit John Ingers...
