Jenseits
Ein Event ist «X-Event 2.6» gerade nicht. Vielmehr sind Annie Vigier, Frank Apertet und Co. im urbanen Raum gelandet wie vom anderen Stern. Sichtbar fremd. Leicht zu erkennen an ihren postmodern abstrahierten Mickey-Mouse-T-Shirts, erscheinen die Performer gratis und draußen als sanfte Irritation im und um den Bétonsalon, einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst im 13. Pariser Arrondissement. Was tun sie? Schlendern, abhängen, spontan kongregieren, die Grüppchen aber gleich wieder zerfallen lassen, scheinbar ohne Anlass. Ohne Eile.
Den Blick in die blaue Ferne des Nachmittags gerichtet. Oft nah dran, aber doch mehr neben als bei uns. Trotzdem: Aus Passanten werden Zeugen, ja unversehens Mitakteure. Die Klangkulisse erinnert an eine Waschmaschine im Schleudergang, hie und da gepierct von einem durchdringenden Bariton. Vier Stunden dauert die Aktion; sie könnte ewig weitergehen. Denn dies ist kein Spektakel, nichts Außergewöhnliches wird ausgestellt oder vorgeführt. Sondern Zeit ausgebreitet, die jeder so lange teilen darf, wie er selbst anhalten möchte. Der tanzenthusiastische Fotograf Jérôme Delatour hat das auch im Bild getan.
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Monte Carlo
«Étonnez-moi», soll Sergei Diaghilev zu Jean Cocteau gesagt haben. Unter diesem Titel gibt es nicht nur im Neuen Nationalmuseum von Monaco, in den Räumen der Villa Sauber und im Sporting d’Hiver, eine Ausstellung zum Thema «Serge Diaghilew et les Ballets Russes». Jean-Christophe Maillot, Direktor der Ballets de Monte-Carlo, scheint selbst mit seinem...
Garderobe, unten «Wenn ich nach Hause komme, zieh ich meinen Mantel und meine Schuhe aus. Dann sehe ich in der Garderobe zuerst das Ölbild von Marie Camargo, eine der berühmtesten Tänzerinnen des 18. Jahrhunderts. Es ist leider nicht das Original von Nicolas Lancret, aber eine schöne Kopie aus dem 18. Jahrhundert. Ich freue mich, wenn ich sie sehe. Camargo war...
