Die Hoffnungsträger
Wie hält man sich, wenn das Geld immer zu knapp ist, aber damit eine große Tänzerschar unterhalten werden soll? Wie behält man ein offenes Herz, wenn man immer wieder mit unterschiedlichen Menschen in extremen Lebenslagen zusammenarbeitet? Wie schafft man es, im Kopf wach zu bleiben, theoretisch interessiert, ohne deswegen gleich ödes Diskurstheater zu machen? Wenn man stattdessen lieber das Denken, die Wirklichkeit und die eigene Sicht darauf verlinkt? Constanza Macras schafft das alles jetzt schon ziemlich lange.
Wirklich herausragend in ihrem Stück «The Ghosts», das bereits 2015 Premiere hatte. Aber das Niveau der Choreografin zeigt sich eben auch gerade da, wo eine Inszenierung zumindest auf den ersten Blick nicht ganz rund zu laufen scheint. Wie in der südafrikanischen Koproduktion «On Fire». So viele kluge Fragen, so viel Reflexion über Erinnerung und Identität. Wie Macras Themen weiterspinnt, sie wendet, mit anderen Themenkomplexen verflicht, das ist als Ganzes herausragende Arbeit.
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 166
von Michaela Schlagenwerth
Seine Heimatstadt Tsingtao am Gelben Meer im äußersten Osten Chinas war einst deutsche Kolonie. Ihren energiegeladenen, tanzfreudigen Sohn Wei schickten die Eltern auf die Beijing Dance Academy, wo er eine solide siebenjährige Ausbildung erhielt: klassischen und modernen Tanz, internationale Folklore. Danach tanzte er sieben Jahre im National Ballet of China:...
Keiner springt mit solchem Wagemut wie er. Da ist nicht mal der Bruchteil eines Zögerns. Also los! Die langen Beine zum Froschsprung angezogen. Runter vom Tisch. Der Frau in die Arme. So muss es sein, wenn man sich Hals über Kopf in eine Beziehung stürzt. Es könnte er oder sie, es könnten auch beide dabei draufgehen. Aber sie fängt ihn auf. Man ist so nah dran, bei...
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