Die Hoffnungsträger

31 Tanzkünstler, die hoffentlich die Zukunft bewegen

Tanz - Logo

_______delavallet bidiefono

«In Brazzaville gehört der Tod zum Alltag der Menschen», sagt DeLaVallet Bidiefono. Bürgerkrieg, gesundheitliche Risiken, plötzliche, unerklärliche Explosionen … «Man lebt im Rhythmus der Totenwachen; es wäre unhöflich, jemanden, der um einen Angehörigen trauert, nach der Todesursache zu fragen.» Und was kann der zeitgenössische Tanz da ausrichten? Für Bidiefono ist es ein Kampf um eine besondere Redefreiheit, «um das Reden durch Handeln zu ersetzen».

Für das diesjährige «Festival d’Avignon» schrieb ihm der Co-Kurator, Dieudonné Niangouna, ebenfalls aus Kongo, den Text zu «Au-delà», «Jenseits von». Gut und Böse? «Ich will erzählen, wie ich selbst mit dem Tod in Berührung kam und wie sich die Menschen heute mit ihm arrangieren», sagt er. Und das führt für ihn über den Tanz: «Tagelang arbeiten, ohne sich ernähren zu können, das ist fast so, als betrachte man seinen Körper von außen, um so die Kraft zum Tanzen zu finden.» Der körperlich und choreografisch imposante Bidiefono ist eine Stimme Afrikas und darüber hinaus –
au-delà eben. Bekannt wurde er 2009 in Europa mit dem Stück «Unsere Kinder jagen uns Angst ein, wenn wir ihnen auf der Straße begegnen», ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: , Seite 158
von

Weitere Beiträge
Contra

Man kann den künstlerischen Bühnentanz in noch so hoher Qualität betreiben – das allein reicht niemals aus, um in eine Gesellschaft wirklich hineinzuwirken oder mehr Menschen zu erreichen. Wie beim Kino, wie beim Konzert – und beides ist verbreiteter als das Ballett – gilt: Es müssen für die Gesellschaft Bilder geschaffen werden. Und weil es nie und nirgendwo eine...

Tanzkrimi des Jahres: das Bolshoi

Seit Jahren wird das Moskauer Bolshoi von Skandalen erschüttert, aber die Säure-Attacke auf Ballettchef Sergei Filin zu Jahresanfang stellte alles in den Schatten. Wer irgendwo im Westen einem Russen begegnet und ihn darauf anspricht, der erntet häufig dieselbe Reaktion: Augenrollen, Seufzen, und dann − «Tja, was soll man sagen, dieses Theater ist ein Staat im...

Sammler-Herzen

Eigentlich war der Rahm längst abgeschöpft. Schon 2012 hatte die erste, sensationelle Versteigerung in Lausanne etwa sechs Millionen Euro erbracht, siebenmal mehr als erwartet. Aber Serge Lifars Hinterlassenschaft scheint schier unerschöpflich: Der Mann sammelte, was er nur kriegen konnte, und warf kaum etwas in den Müll. Der Tänzer, Choreograf und langjährige...