Der choreografierte Blick
Tanz hat Helmut Newton nie fotografiert. Viel zu unberechenbar für den Meister des präzise inszenierten Moments. Die Körper sind es, die ihn interessieren – als Material für seine starken, hoch stilisierten, provokativ-glamourösen Modefotografien, seither Konvention jenseits der Konvention. Tänzer aber sind der Ausgangspunkt der «Body Performance» in der Berliner Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie – so zum Beispiel die Protagonisten der Ballets de Monte Carlo.
Die kleinformatige Serie ist wie üblich jenseits des Studios mit minimalem fotografischen Equipment entstanden und zeigt das charismatische Ensemble schick und surreal im gleißenden Sonnenlicht der französischen Riviera.
Und wir begegnen Pina Bausch in Wuppertal, schön im langen schwarzen Kleid auf Ganzkörper-Porträts aus den 1980er-Jahren. Die eleganten Mises en scène aus diesen Fotografien entdecken wir in allen- Räumen der Ausstellung. Was sie verbindet, hat Newton selbst für seine eigenen Arbeiten formuliert: Es geht immer um «eine Geschichte, die keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende hat».
Dreizehn arrivierte Künstler – alle conceptual artists – sind hier versammelt. Sie alle haben unsere visuelle ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova
Der montierte Mensch
Zuletzt beschäftigte sich William Forsythe (tanz 12/19) im Museum Folkwang mit dem menschlichen Körper im Verhältnis zu Raum und Zeit. In einer neuen, groß angelegten Ausstellung steht bis zum 15. März «Der montierte Mensch» im Mittelpunkt. Eine Themengruppe widmet sich darin der «Momentfoto-grafie und Bewegungsanalyse», eine andere erforscht...
Friederike Rademann, Sie betreuen im Rahmen der Internationalen Bachakademie Stuttgart das Projekt «BachBewegt! Tanz!», das Schüler und Schülerinnen tanzend mit Alter Musik konfrontiert, und zwar in Kooperation mit der Gaechinger Cantorey. Sie selbst stammen aus Dresden, sind bei Gret Palucca in die Schule gegangen, waren noch zu DDR-Zeiten sowohl an der Semperoper...
Es braucht gerade jede Menge «systemisch» wichtige Investitionen: in den Klimaschutz, das Bahnwesen, die Digitalisierung. Viel Geld wird verteilt. Im Bundestag entschieden die Haushälter in ihrer sogenannten Bereinigungssitzung, auch die Kultur mit zusätzlichen 100 Millionen Euro zu fördern. Knapp zwei Milliarden Euro stecken nun im Kultursäckel der...
