sexualität
taugt hervorragend zum Skandal. Nur als Skandal ist sie in unserer Gesellschaft öffentlich verhandelbar. Bieder ist der Fehltritt, an dem sich das Publikum ergötzt; ethisch skandalös ist der Fehlgriff beim Umgang mit Kindern. Was in den letzten Monaten die Schlagzeilen bestimmte, entsprach der alten Schule des Dramas: Höchste moralische Fallhöhe kam über die Schulen, vor allem die reformierten. Die Kirchen, gerade die Unreformierbaren, vergehen sich an der vorbewussten Sexualität von Kindern.
Mit großem Misstrauen wird beobachtet, wenn der Lehrer einer Schülerin über ein Turnpferd hilft. An ein Wunder grenzt es, dass sich der starre Kamerablick der Öffentlichkeit nicht längst auch in Ballettstudios installiert hat. Denn gerade das Training und der Unterricht, schlimmer noch die Einzelarbeit am Körper, ist die ideale Gelegenheit, Schutzbefohlene unter dem Vorwand der Korrektur in höchste sexuelle Verlegenheit zu bringen (Seite 38).
Dass die Öffentlichkeit so schwer oder zu spät zu Hilfe eilt, liegt an der doppelten Sicherung der Sexualität. Sie ist tabu. Und sie ist mit Scham bedeckt. Beides schützt die Intimität. Mag man wie Christoph Quarch die «Orgien der Toleranz» dieser ...
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Mit einem seiner unnachahmlichen Monologe läutete Jean-Paul Montanari die Zukunft von «Montpellier Danse» ein. Das vierte Jahrzehnt des Festivals werde im Zeichen des wirkungsvoll restaurierten Ursulinenklosters stehen. Und zum ersten Mal bekommt das Festival einen artiste associé, wie in Avignon seit Jahren üblich. Raimund Hoghe wird es sein, der seit zehn Jahren...
Die betagte Dame servierte dem Besucher Kokosmakronen und dirigierte ihn dann ins Studio, um das Ergebnis seiner Arbeit zu begutachten. Aber was sie zu sehen bekam, ging ihr dermaßen gegen den Strich, dass sie die Ärmel hoch- und die Performance ihres Studiosus so lautstark umkrempelte, wie es einer «alten Ausdruckstanzschachtel» gebührt. Der Gemaßregelte begriff,...
Das ganze Stück hindurch blicken sie sich an, dieser permanente Blick ist ein Drama. Man nennt es eine Romanze, die das Schweizer Paar Laurence Yadi und Nicolas Cantillon von der Compagnie 7273 mit seismografisch genauen Bewegungen untermalt. Sie schließen sich mit ihrem Duett «Romance-s» den grandiosen Liebesgeschichten an, die auch Angela Schubot und Jared...
