Die Hoffnungsträger
Ihn einen Anfänger zu nennen, ist nicht mehr richtig – zumindest, was seine russische Heimat betrifft. Dort gilt er bereits seit Langem als vielversprechender Tänzer und hochtalentierter Choreograf. 2010 hat er in Moskau für Aufsehen gesorgt, als er die «Goldene Maske» als bester Tänzer für seine Darstellung des Mercutio in einer neoklassischen Version von «Romeo und Julia» gewann, produziert vom Musiktheater der Republik Karelien in Petrozavodsk.
Bei der Preisverkündung wirkte er weniger überrascht denn überzeugt, eine große Zukunft vor sich zu haben – was für ein gerüttelt Maß an Selbstbewusstsein spricht. In Petrozavodsk debütierte er auch als Choreograf, mit «Pulcinella», bevor er 2012 nach Sankt Petersburg zog, um unter anderem mit Tänzern des Mariinsky zu arbeiten. Das für Igor Kolb entwickelte Solo «Beginning» erregte die Aufmerksamkeit der Bolshoi-Ballerina Svetlana Zakharova: 2013 brachte sie mit ihm seine Choreografie «Plus. Minus. Zero» zur Uraufführung.
Ausgebildet in der kleinen Stadt Chanty-Mansijsk an einem Ableger der Moskauer Staatlichen Universität für Kunst und Kultur, hat sich Varnava bislang als erfinderischer Choreograf mit ausgesprochen lebhafter Fantasie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 175
von Leila Guchmazova
Radhouane El Meddeb steht auf einem Teppich aus weißem Ziegenleder, wendet dem Publikum seinen entblößten Rücken zu und starrt in die Ferne. Links liegt, ebenfalls weiß, eine Skulptur: ein toter Ziegenkörper. Erinnerung an das ländliche Tunesien? El Meddeb begann seine Laufbahn als Schauspieler, Regieassistent und Dramaturg in Tunis, bevor er sich im Alter von 26...
platzt förmlich vor Energie, wenn er mit dem New York City Ballet auf der Bühne tanzt, egal ob in Balletten von George Balanchine, Peter Martins, Alexei Ratmansky oder Justin Peck. Mit seiner naturgegebenen Spannkraft, seinem biegsamen Torso und einem beachtlichen Gespür fürs richtige Atmen veredelt er die Architektur und Expressivität jeder Choreografie. Weitet...
In einer Spielzeit, in der die Diskussion um die mangelnde Sichtbarkeit von Choreografinnen und deren Kreationen auf britischen Tanzbühnen zum Teil künstlich hochgepusht wurde, hat sich paradoxerweise genau das Gegenteil eingestellt: Selten sind so viele Vertreterinnen dieser Zunft in Erscheinung getreten, so jüngst auch eine Tänzerin des Scottish Ballet – Sophie...
