Der Junge: Malakhov
«Er ist einmalig», meint der ehemalige Ballettmeister und Direktor der John Cranko-Schule, Alex Ursuliak: «Er hat einen Sprung – wie Juri Solowjew einst. Er hat Beine wie kein anderer, beinahe weiblich schön. Er hat einen unglaublich geschmeidigen Körper, noch ganz jung in seiner Form, und ein Gesicht mit dem gewissen Etwas, so wie man es von Vaslav Nijinsky kennt: Asiatisches, Slawisches: fast etwas Faunisches.» Der Mann weiß, wovon er spricht.
Wenn Vladimir Malakhov im Ballettsaal «Dornröschen» probt, wenn er sich Schritt um Schritt in seine Prinzenrolle vertieft, begreift man als Zuschauer sofort, was an ihm ungewöhnlich scheint. Vladimir Malakhov bewegt sich mit absoluter Natürlichkeit, und doch ist alles an ihm Kunst: sein Spann, sein Fuß, seine Linie, sein Ausdruck. Der Sohn einer Kunstturnerin fing bereits mit vier Jahren in einem Kulturhaus damit an, gegen seine Weichheit anzukämpfen. «Gelenkig wie eine Puppe» (Malakhov über Malakhov), verfeinerte er seine Kunst ein paar Jahre später unter Pjotr Pestov am Choreografischen Institut Moskau bis zur Perfektion. Sein Geheimnis? Vladimir Malakhov: «Im Ballett gibt es niemanden, den ich nachahmen würde. Eher ist Maria Callas ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kann Tanz über politische Grenzen hinweg verbinden? Kann er Menschen auf beiden Seiten von Stacheldraht und Betonmauern zusammenbringen? So naiv war die Fragestellung, die mich nach Israel brachte. Gibt es das? Israelische und palästinensische Choreografen und Tänzer arbeiten an gemeinsamen Projekten? Schon am ersten Abend in Tel Aviv glaubte ich, fündig geworden...
Rosas muss die Brüsseler Oper verlassen. Die Kompanie von Anne Teresa De Keersmaeker (Foto: Herman Sorgeloos) verliert 2007 ihre Residenz am Königlichen Opernhaus La Monnaie/ De Munt. Der designierte Direktor der Oper, Peter De Caluwe, beabsichtigt, kein eigenes Ensemble mehr am Haus zu halten, sondern mit mehreren Kompanien zusammenzuarbeiten. Eine Verbindung wird...
Kuo - Chu Wu oder wie er genannt wurde: Jyudz war bereits 27, als er nach Essen an die Folkwang Hochschule kam, um Tanz zu studieren – mit einem Körper, der allen Klischees einer Tänzerphysiognomie mit Macht widersprach. Aber er hatte Willen, Ausdauer und Intelligenz, eine außergewöhnliche Musikalität, dynamischen Instinkt und vor allem eine unerschöpfliche Energie...
