Magazin
Side by side
ist ein Video-Tanzwettbewerb, bei dem das geneigte Publikum sich noch bis zum 14. November zwischen acht Nominierten und ihren kurzen Videotanz-Choreografien entscheiden kann. Zugegeben, die Konkurrenz auf side-by-side.org ist zwar populär, die Wahl aber fällt schwer. Nur vom Anschauen reißen die Clips nicht vom Hocker.
Bei Marcel Leemann (Foto), einem der Nominierten, liest man aber: «Fühlt sich das Projektil warm an, wenn es sich ins Hirn gräbt? Hört man den Schuss noch? Spürt man die Träne in dem Moment, in dem man weiß: Es hätte nicht sein sollen?» So lockt der in Stuttgart ausgebildete Choreograf für seine Videotanzkunst, bei der garantiert kein Schuss fällt, das Projektil allenfalls das Auge des Betrachters ist und nur zum Schluss eine Tänzerin von einem Auto angefahren wird. Dabei macht es das Video einem Künstler doch so leicht, auch Dinge zu zeigen, die sich nur per Tanz so selten aus dem Kopf des Choreografen auf die Bühne übersetzen lassen. ballet-tanz ist selbstredend unbefugt, ein Votum abzugeben, aber verblüfft sind wir schon, dass einem statt Videokunst Folgendes nahegelegt wird: «In diesem Stück arbeite ich mit einem Körper, der sich zwar bewegen will, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mainz hat einen neuen Ballettdirektor, Pascal Touzeau, der Martin Schläpfer nach zehn erfolgreichen Jahren abgelöst hat. Weil Schäpfer seine komplette Kompanie nach Düsseldorf-Duisburg mitnahm, bleibt vom ballettmainz nichts außer dem Namen. Für den 39-jährigen Franzosen heißt das: «Zurück auf Los».
Mit «Related» (verbunden, verwandt) spielt Pascal Touzeau auf seine...
Emanuel Gat erzählt davon, dass ihm bei seinem Stück «Hark!», das er im Frühjahr für das Pariser Opernballett kreiert hat, Laurent Hilaire assistierte: «Der hat bei der Uraufführung von Bill Forsythes ‹In the Middle, Somewhat Elevated› getanzt.» Es schwingt Ehrfurcht in seiner Stimme mit, wenn er das sagt. Sein Erfolg bei den Parisern muss in der Ballettwelt als...
Als Sie 1973 das Cloud Gate Dance Theatre gründeten, war es die erste professionelle Kompanie für modernen Tanz in Taiwan. Wie war die Situation damals, was fanden Sie vor?
Nicht viel. Es gab private Ballettschulen, die schreckliche «Giselles» aufführten. Alles war dilettantisch, auch die damalige Tanzabteilung der Universität. Es gab lauwarme Moderne, zeitlich arg...
