Krefeld: Robert North: «Rhapsodie und Rumba»
Die Luft vibriert. Ein Duett? Ein Duell. Zwei, die sich so leidenschaftlich anziehen wie abstoßen, umkreisen einander. Virtuos. Bis der Mann, ganz in Schwarz, und die Frau, ganz in Rot, die Contenance verlieren – und er sie erwürgt. «Lights out» rockt dazu Little Walter. So dramatisch geht es nicht in allen Tanz-Splittern zu, die sich am Theater Krefeld/Mönchengladbach zur neuen Ballettproduktion «Rhapsodie und Rumba» zusammenfügen. Ballettdirektor und Chefchoreograf Robert North hat einen Dreiteiler programmiert, der durch musikalische wie tänzerische Stilarten und Zeiten führt.
Das romantische Herzstück des Bildungstrips ist die Uraufführung «Rhapsodie» zu erlesenen Klavierstücken von Franz Liszt. Star des Abends ist denn auch Solopianist André Parfenov, ein unbändiger Virtuose am Flügel.
Robert North ist ein Kosmopolit mit US-amerikanischem Pass. Er lebte als Kind in Mexiko, auf Kuba und in Spanien, bevor er als Tanzkünstler die Welt bereiste. Die Neufassung des eröffnenden Blues-Balletts «Boom boom» von 2003 ist musikalisch inspiriert durch die amerikanischen Südstaaten. Jungen mit Schirmmütze, Schlabberhosen und Hosenträgern tanzen voller Drive zu schwarzem Sound. North ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 44
von Bettina Trouwborst
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