Wanda Golonka
Wanda Golonka hat zum Abschluss ihrer acht Jahre als Hausregisseurin bei Elisabeth Schweeger am Schauspiel Frankfurt Peter Handkes Stumm-Stück «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» inszeniert. Wieder arbeitete sie mit Schauspielern und nicht mit Tänzern. Und sie hat uns nach einer Reihe überraschender Inszenierungen wieder gezeigt, dass sie ein Ensemble von 32 Leuten führen kann, aber auch, dass sie ihre oftmals skurrilen, in diesem Fall immer federleichten Pointen am besten aus der Bewegung entwickelt.
Es sind jede Menge Passanten in diesem Stück – in Frankfurt treten die 32 in 350 verschiedenen Kostümen und damit ebenso vielen Charakteren auf, die über einen öffentlichen Platz eilen. Manche begegnen einander und haben Momente lang eine gemeinsame Geschichte. In den ersten Minuten demonstriert Wanda Golonka ein Glossar des Stolperns an ihnen, nachhakelnde Füße, scheuernde Knöchel, klemmende Absätze, hochgezogene Fersen – eine unendliche, unendlich komische Fuß- und Beinologie. Wanda Golonka ist nach dieser letzten Premiere nun hin und weg. Und weil sie nichts hat, und Berlin, wie sie sagt, die «billigste Stadt zum Leben» ist, zieht sie dorthin – nicht aus Neigung, eher ...
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