Contra
Man kann den künstlerischen Bühnentanz in noch so hoher Qualität betreiben – das allein reicht niemals aus, um in eine Gesellschaft wirklich hineinzuwirken oder mehr Menschen zu erreichen. Wie beim Kino, wie beim Konzert – und beides ist verbreiteter als das Ballett – gilt: Es müssen für die Gesellschaft Bilder geschaffen werden. Und weil es nie und nirgendwo eine einheitliche Gesellschaft gibt, weil sich jede Gesellschaft in viele verschiedene Szenen, Schichten, Sozialcluster unterteilt, muss ein Image her: ein optimales Image, das alle gleichzeitig anspricht.
__________womit wirbt man?
Die klassische Tanzfotografie spielt dabei kaum noch eine Rolle. Sie ist eher selbst ein künstlerischer Ausdruck, denn die Tanzfotografie übersetzt den Tanz in ihre eigene Form, sie hält eine Bewegung fest. Ist dieses Festgehaltenwerden aber das, was Ensembles brauchen, wenn sie Aufmerksamkeit suchen? Der festgehaltene tänzerische Moment ist ja nicht gleich ein Hingucker. Um ein bestimmtes Bild von einem Ensemble herzustellen, also ein Image, findet doch eher ein Foto Verwendung, das verändert wurde – und sei es nur durch eine Beschriftung. So ein Werbebild ist für mich keine Tanzfotografie. Ich ...
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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Wirkung, Seite 96
von Christiane Theobald
Es ist nun mal Tradition. Zu einem Opernhaus gehört ein Ballett. In allen großen Städten ist das so. Und wo es mal nicht so ist, wie in Köln, wo man statt Ballett den zeitgenössischen Tanz in die Oper ließ, da gibt es bald gar keinen Tanz mehr. Davon haben sich die Schweden aber wenig beeindrucken lassen. Das altehrwürdige GöteborgsOperans Balett ist erst letztes...
Hohe Wangenknochen, geheimnisvolle Augen, eine fein geschnittene Adlernase: Andrej Uspenski ist ein attraktiver Mann. Auf der Bühne gibt der muskulöse und sprungstarke Tänzer des Royal Ballet in London eine durch und durch maskuline Erscheinung ab. Doch was Uspenski als Tänzer vor allem anderen auszeichnet, sind seine naturgegebene Musikalität und sein intuitives...
Maria-Helena Buckley, Sie haben bis Juni 2009 20 Jahre lang in Berlin getanzt, an der Deutschen Oper, der Staatsoper und am Staatsballett. Zuletzt waren Sie Erste Solistin. Wie sollte es mit Ihrer Karriere nach der Karriere weitergehen? Hat Sie Fotografie interessiert?
Die Fotografie nicht wirklich, Bilder schon. Mein Vater ist Maler, ich bin mit Bildern...
