Mora Godoy: «Tanguera»
Als Theater-Produzent Diego Romay 2001 beschloss, eine eigene Tango-Show auf die Bühne zu bringen, hätte er sich nicht träumen lassen, dass sie ausgerechnet im eigenen Land solche Erfolge feiern würde. Viele der großen Tango-Shows, die wir kennen, wurden gar nicht erst in Buenos Aires gezeigt. «Tanguera» lief nach der Uraufführung 2002 noch ein ganzes Jahr, ging auf Tournee und kehrte wieder zurück, um das Heimatpublikum zu bezaubern – dieser Tango muss echt sein.
Anders als Shows wie «Tango Pasión», «Tango Por Dos», «Tango Fire» und wie sie alle heißen, erzählt «Tanguera» nicht die Geschichte eines von Mythen umgegebenen Tanzes, sondern handelt von einer jungen Französin, Giselle, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie tausende andere Europäer als Immigrantin im Hafen von Buenos Aires ankommt, wo sie statt in der Ehe im Bordell landet. Nicht weit hergeholt: Tango entstand im Rotlichtviertel von Buenos Aires. Hier streiten Good Guy und Bad Guy sich um ihre Schönheit – wobei es ausschließlich die Choreografie von Mora Godoy ist, die die Handlung vorantreibt.
Hier wird nicht einfach Tango nach Tango getanzt, mal von diesem, mal von jenem Paar, die sich gegenseitig mit wilden Ganchos ...
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