wien: burrows, fargion: «the cow piece», «cheap lecture»
Die Schlinge um den Hals, baumelt die Kuh über dem Abgrund. Gnadenlos wird sie fallen gelassen. Ein Schreckenslaut, und Chiara stürzt ab. Perdita folgt ihr. Auch eine Violetta ist dabei, die der Komponist Matteo Fargion auf diese Weise über die Klinge springen lässt, während sein Kollege, der Tänzer Jonathan Burrows, seine sechs Kühe auf seinem Tisch hin und her gruppiert. Singend, das Akkordeon vor dem Bauch, im rhythmischen Sprechgesang, spielt das Duo mit seinen braun-weiß und schwarz-weiß gefleckten Plastikkühen.
«The Cow Piece» gehört zusammen mit «Cheap Lecture» zum neuen Doppelprogramm von Burrows und Fargion. Es huldigt der Sprache, dem Rhythmus, dem Tanz, den Kühen, der Sterblichkeit und dem Publikum. Ganz dicht sind die beiden Herren mit ihrem Equipment aus Klavier, Ukulele, Ziehharmonika, Kühen, zwei Tischen, Mikrofonen und einer Stellage für den Laptop an die Zuschauertribüne herangerückt. Rechts ein Performer, links ein Performer, zwischen ihnen häuft sich das weiße Papier der «Cheap Lecture» auf dem Boden. Sobald einer ein Blatt abgelesen hat, lässt er es zu Boden gleiten: Fargion mit der nonchalanten Lässigkeit des Musikers, Burrows mit dem Eifer des konzentrierten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer an den Zufall glaubt, lebt langweilig. Wie viel fantasievoller ist es, überall Zusammenhänge zu konstruieren, logische Verknüpfungen und Kausalitäten! Lieber Kalkül statt Schicksal. Zu den kreativsten Konstruktivisten zählen die Verschwörungstheoretiker. Was andere unhinterfragt hinnehmen, wird ihnen zum geheimnisvollen Komplott. Strichcodes in den...
Sie floaten wie die Seegräser, rollen wie die Wellen; der gestreckte Körper, sachte hin und her bewegt, wird zum Leuchtturm. Taschenlampen verwandeln ihn in eine geheimnisvolle Dünenlandschaft. Einer sitzt auf seinem Partner wie auf einem Felsen und schaut aufs Wasser. Solche Motive durchziehen die Choreografie von Andrea Marton und Christa Coogan zu John Adams’...
wird für ihr bisheriges Werk mit dem «Schweizer Tanz- und Choreografiepreis 2010» ausgezeichnet. Die Jurybegründung hebt etwas pittoresk ihren schmalen Körper hervor, den sie den Spannungsfeldern von Raum und Klang aussetzt. Verliehen wird ihr der mit 30.000 Schweizer Franken dotierte Preis am 25. Oktober in der Berner Dampfzentrale anlässlich einer Aufführung...
