Proben zu «La Belle» mit Olga Smirnova, Foto: Alice Blangero

Jean-Christophe Maillot: Revolution!

Wie sieht der Tanz der Zukunft aus und wo findet er statt? 16 Statements

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Es ist die Eigenheit der Kunst, sich zu entwickeln, zu erneuern und immer wieder selbst infrage zu stellen. Auch der Tanz folgt dieser Regel, ja er schreibt sogar an seiner eigenen Geschichte und befragt gleichzeitig seine Formen. Was mich heute am meisten überrascht, ist nicht so sehr die Entwicklung des Tanzes als vielmehr die grundstürzende Umwälzung, die hinsichtlich seiner Verbreitung vor sich geht. Jahrehundertelang waren wir es gewohnt, Tanz in Verbindung mit realen Orten zu sehen, mit Theatern, Museumssälen, vielleicht auch Straßenzügen.

Seit er die Leinwände und Monitore erobert hat, hat sich der Tanz ein Stück weit entmaterialisiert. Er hat sich einen Platz im Kino gesichert (manchmal in 3D), er ist in Social-Media-Formaten ebenso präsent wie auf Web-TV-Plattformen, er wird dank umfangreicher Strea-mings weltweit geteilt und unmittelbar kommentiert.

In der Tat erleben wir eine Revolution, was die Verbreitung choreografischer Inhalte betrifft. Was wir morgen zeigen wollen, müssen wir heute vorwärtsbringen. Genau wie ein Kompaniedirektor sich um Uraufführungen kümmern muss und ein Festival darum, wie es Zuschauer für neue Formen interessiert, bin ich mir völlig im Klaren ...

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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 118
von Jean-Christophe Maillot

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