bul-ssang - ahn aesoon
Im Koreanischen hat «Bul-ssang» zwei Bedeutungen: Zum einen bezeichnet es die Statue Buddhas, zum anderen bedeutet es «bemitleidenswert». Selbst wer kein Buddhist ist, wird beim Anblick einer Buddha-Statue in einem Tempel eine gewisse Ehrfurcht empfinden. Sieht man die Statue jedoch in Ahn Aesoons Stück, dessen Titel mit der Doppeldeutigkeit des Wortes spielt, dürfte Mitleid das Gefühl von Ehrfurcht überwiegen – weil wir in der Buddha-Figur im Verlauf des Stücks immer mehr einen bloß profanen Gegenstand ohne spirituellen Kern erkennen.
Dieser «bemitleidenswerte Bul-ssang» ist eine Installation des koreanischen Pop-Art-Künstlers Choi Jeong-Hwa, in der die Choreografin und Leiterin der Korea National Contemporary Dance Company (KNCDC), Ahn Aesoon, ein spannendes zeitgenössisches Drama zwischen Ost und West als bunte Mixtur verschiedener sakraler wie profaner Symbole, Zeichen und Bewegungen entwickelt. Der Vorhang öffnet sich und gibt den Blick auf ein totales Chaos frei. Die Bühne ist mit allen möglichen religiösen Figuren übersät: ein goldener Buddha, Jesus, Maria sowie diverse Geister und überirdische Wesen. Zwischen diesen Figuren beginnen die KNCDC-Tänzer ihr ausgelassenes ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Injoo Chang
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