wozu residenzen?
Einmal Kaiser sein und wie weiland Karl V. von Residenz zu Residenz ziehen, das ist heute das Schicksal hunderter Choreografen. Quer durch Europa wird logiert, geprobt und geforscht. Nur eins wird zunehmend verpönt: ein richtiges Stück zu entwickeln. Es gibt kaum eine Kommune, die keine Künstler aufnimmt, selbst 5-Sterne-Hotels bieten mittlerweile Logis und schmücken sich als «Kulturort». Aber wozu ist das gut, wenn gleichzeitig Gastspiele reduziert und Produktionskosten gesenkt werden? Nicht wenige Choreografen haben aus dem Residenzdasein ein regelrechtes Kunstkonzept gemacht.
«Man sehnt sich so danach», sagt Christine, «irgendwann in der Realität anzukommen.» Auf diese Realität wurde sie ihr Leben lang vorbereitet. Jetzt will sie auch mal in dem Leben ankommen, von der ihr die Schule, der Tanzunterricht und die Sommerferien immer erzählt haben. Sommers nahm sie Tanzkurse bei «ImPulsTanz» in Wien. In Frankfurt gab es ein «Sommerlabor mit richtigen Intellektuellen». Eigentlich wollte sie einfach in einer Kompanie tanzen. Ihren Koffer rollte sie von Audition zu Audition. Aber jeden Tag im Studio die Bewegungen zu wiederholen, die nicht ihre waren: Das war nicht mehr ihre Sache. ...
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Das Hamburg Ballett hat einen doppelten Grund zum Feiern – zwei seiner Stars wurden in Moskau mit der bedeutendsten Auszeichnung im Tanz geehrt, dem «Prix Benois de la Danse». Hélène Bouchet erhielt den Preis für die Darstellung der Eurydike in John Neumeiers «Orpheus», während Thiago Bordin für die Rolle des Armand Duval in Neumeiers Klassiker «Die Kameliendame»...
Yui Kawaguchi,
im neuen Solo «andropolaroid» tanzt eine Frau in einem Neonröhrenwald. Ihr Körper wird konfrontiert mit Sprach- und Soundcollagen. Die Rettung scheint eine japanische Flagge zu sein, ein weißer Lichtkreis, in dessen Mitte ein roter Kapuzenpullover liegt. Steht Japan für Geborgenheit? Ist Deutschland, wohin es die Frau verschlagen hat, ein flackernder...
Bildschön sind sie. Asiatische Aphroditen. Gehüllt in seidige, traditionelle Kleider, lächeln sie voller Demut und bewegen sich anmutig. Doch das Konkubinenlächeln gefriert zum Grinsen, zur Fratze, bevor die Tänzerinnen gequält in die Knie gehen. Am Boden durchleben sie eine Metamorphose. Zucken und Wimmern. In erotischer Großstadtmode erheben sie sich und...
