Foto: Roman Novitzky
Jessica Fyfe
Sie hätte Milena Jesenská verkörpern sollen, «ein lebendiges Feuer, wie ich es nie gesehen habe», so Franz Kafka einmal in einem Brief an Max Brod. Bekanntlich ist es zu dem «Kafka»-Ballett von Marco Goecke in Stuttgart nicht gekommen, und das ist schon deshalb bedauerlich, weil Jessica Fyfe so ganz und gar der Vorstellung Kafkas entspricht: Sie ist «äußerst zart, mutig, klug, und alles wirft sie in das Opfer hinein oder hat es, wenn man will, durch das Opfer erworben».
Die Bianca in «Der Widerspenstigen Zähmung» von John Cranko hat sie bereits verkörpert. Auch die Kantorka im «Krabat»-Ballett von Demis Volpi. Beides «Sternstunden» des Stuttgarter Balletts, und das nicht nur des Sternchens wegen, das auf dem Programmzettel ein Rollendebüt signalisiert. Mitten in der Spielzeit tauchte sie als Halbsolistin wie aus dem Nichts auf – an sich schon ein ungewöhnlicher Vorgang innerhalb einer Kompanie, in der man für gewöhnlich die Karriereleiter von der untersten Sprosse aus erklimmt. Die Ballerina aus Brisbane, Australien, war insofern von Anfang auch ganz da, als sie keinen Augenblick lang auf Nummer sicher ging, sondern sich spielfreudig, spontan und stupend in das tänzerische ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 172
von Hartmut Regitz
Mit einem BA in Zeitgeschichte, einem MA in Performing Arts Management und seiner nunmehr 20-jährigen Tätigkeit als Event-Manager mit zeitgenössischem Schwerpunkt ist der 56-jährige Gigi (Luigi) Cristoforetti ein erfahrener Macher. Seit 2002 mit der Leitung des «Torinodanza»-Festivals betraut, hat er seiner Vorliebe für Physical Theatre frönen können:...
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