Roman
Zwei fiktive Briefe, in der gleichen Nacht verfasst, aber unabhängig voneinander geschrieben. Im einen lässt Mata Hari Stunden vor ihrem Tod noch einmal ihr Leben Revue passieren, eine Tänzerin, so Paulo Coelho, die «erst unter dem Namen bekannt war, den ihre Eltern ausgewählt hatten ..., dann gezwungen war, ihren Ehenamen zu tragen ... und schließlich von den Deutschen für elende zwanzigtausend Francs in H21 umbenannt wurde».
Der andere stammt von Maître Clunet, und der macht seiner Mandantin nicht nur die poli-Hintergründe ihres Schauprozesses bewusst, sondern erklärt ihr im selben Atemzug auch noch seine Liebe.
Beide Briefe erreichen nicht mehr ihren Adressaten. Unnütz sind sie deshalb keineswegs. Vielmehr erhellen sie aus unterschiedlichen Perspektiven ein ebenso schillerndes wie spektakuläres Schicksal, dessen Wahrheitsgehalt der Erfolgsautor in einem Pro- und einem Epilog mit Fakten und Aktenmaterialien untermauert. Dass ihm die Traum-Tänzerin sympathisch ist, lässt sich aus jeder Zeile des nicht zu umfangreichen Buches herauslesen. Coelho verteufelt Mata Hari nicht als Spionin. Er hält sie für eine emanzipierte Frau, die ganz nach ihren Vorstellungen lebt; in einem ...
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Tanz Februar 2017
Rubrik: Medien Februar 2017, Seite 60
von Hartmut Regitz
Das Tanzquartier Wien ist wieder unter der Haube. Zur Erinnerung: Erst war es mit Sigrid Gareis vermählt, die zweite Ehe mit Walter Heun läuft mit dieser Saison aus. Der dritte Bund wird zu Beginn des kommenden Jahres wirksam – mit Bettina Kogler, die zuvor neun Jahre lang das Festival «imagetanz» des Wiener Theaters brut geleitet hatte. Ab 2013 widmete sie sich...
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Für Margaretha Geertruida Zelle, geboren 1876, standrechtlich erschossen 1917, haben sich die niederländischen Kreativen nach ihrem Tod nicht sonderlich interessiert, obwohl sie eine der Ihren war. Jetzt aber hat Het Nationale Ballet (tanz 4/16) am Mythos der Schönheitstänzerin und angeblichen Spionin, die unter dem Künstlernamen Mata Hari weltberühmt wurde, doch...
