römische verhältnisse - carla fracci

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Sie war eine Wunderballerina des 20. Jahrhunderts, Partnerin von Rudolf Nurejew und Erik Bruhn, später Ballettdirektorin in Neapel, Verona und Rom. Und zwar: eine streitbare. Angesichts dessen, was sich in Italien gerade abspielt, platzt Carla Fracci schier der Kragen: Die Opernhäuser stecken seit dem Inkrafttreten des vom damaligen Kulturminister Massimo Bray initiierten «Valore Cultura»-Gesetzes in der Bredouille.

Es sieht einen 75 Millionen Euro-Fonds zur Sanierung der maroden Budgets vor – aus dem freilich nur diejenigen Häuser etwas bekommen, die einen Businessplan vorlegen, binnen drei Monaten 50 Prozent ihrer Verwaltungskosten einsparen und sich mit den Gewerkschaften einigen, deren Forderungen zuletzt häufig ins Exorbitante wuchsen. Damit begannen Diskussionen um Spartenbeschneidungen, die in den einzelnen Häusern zu Kämpfen auf Leben und Tod führten. Und das schwächste Glied sind oft: die Tänzerinnen und Tänzer.

Kein Wunder, meint Carla Fracci: «Brays Gesetz ist der willkommene Aufhänger, um die hausinternen Ballettkompanien aufzulösen, die zum Großteil aus festen Mitgliedern bestehen, die nun mal älter werden. Wir hätten die Leitungsgremien der Opernhäuser rechtzeitig ...

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Tanz Januar 2015
Rubrik: menschen, Seite 32
von Silvia Poletti

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