Renegade Theatre: «Cage»
Die machen ein ganz großes Fass auf. Die Macht der Ordnung gegen die des Chaos, Eingesessene gegen Fremde, die Droge, die Ausschweifungen, jaja: Weingott Dionysos, Fruchtbarkeitsgott, griechischer Mythos einer tödlichen Auseinandersetzung. Der mit verzücktem Bacchantinnengefolge wandernde Zeus-Sohn gegen den stolz soldatischen Thebenherrscher Pentheus, seinen Cousin. Ein uraltes Theaterstück, eine Tragödie von Euripides: «Die Bakchen», 405 v. u.Z. uraufgeführt.
Darauf bezieht sich das Renegade Theatre aus Herne mit seinem neuesten Tanztheater «Cage» und hofft auf einen neuen «Rumble»-Erfolg.
Der Käfig steht in Form eines dreimaldrei-Meter-Kubus aus Plexiglas auf der Bühne, oben offen; die Wände übermannshoch, aber nicht unüberwindbar. Weil sie dumpf scheppern, wenn man sie anspringt, und all das Reinhangeln und Raushüpfen wirkt auch lächerlich. Am Ende liegt darin ein Toter. Schützen konnte ihn sein Käfig nicht.
Fünf Männer. Einer ist am feinen Anzug in seiner Ansprache ans Publikum – «Hallo! Ich sage immer gern: Schön, dass wir in Theben leben!» –, als unsoldatischer Pentheus erkennbar: Tobias Wegner. Er müsse nach Byzanz zu einer Konferenz und man solle derweil aufpassen (wie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bruce Michelson was born in Rochester, New York (USA) in 1959 and started his dance career in Horton- and Limon-based companies in New York and Philadelphia. He danced the classics with Pittsburgh Ballet, before crossing the Atlantic to join the Hamburg Ballet in 1981. From there, he went on to dance in Rambert Dance Co., Geneva Ballet (as a soloist), and 1990-94...
Bernhard Fauser hat’s nach 18 Jahren geschafft: Der Tanz geht nicht baden, auch wenn der neue, zeitweilige Spielort des Heidelberger UnterwegsTheater das Alte Hallenbad ist. Fauser hat für sein AHa-Konzept, das eine temporäre Nutzung als Kunst-Produktions-Tempel Heidelbergs und der Metropolregion vorsieht, von Manfred Lautenschläger, Gründer von MLP, für 2007/08...
Wozu Residenzen? Man sitzt in einem Probenraum fernab der Zivilisation, weit weg von zu Hause und schläft nur ein paar Schritte vom leeren Raum der Inspiration entfernt. Reines Fernweh ist ein schlechtes Motiv. Um inspiriert zu werden, sind Großstädte und Weltreisen sicher angenehmer als ein mehrwöchiger Aufenthalt in der Pampa. Aber dort, wo Residenzen...
