Ben J. Riepe: "Happy End - Dealing Night Again"

Wien

Tanz - Logo

Oben oder unten? Im All oder im gemauerten Gewölbe? Sind es Aliens auf Drogen oder verstörte Kellerkinder, die da entrückt durch den Raum gleiten und ins Leere starren? Nichts von allem. Wir blicken ins Universum der Phantasmagorie, visualisieren Hirngespinste, die das Unbewusste im Traum auf die Reise schickt. Der junge Folkwang-Absolvent Ben J. Riepe hat sie in Szene gesetzt. Fünf Tänzer, zwei Männer und drei Frauen, setzt er Stimmungen aus, die die ständig wechselnde Beleuchtung und  elektronische Livemusik erzeugen.

Überwiegend stehen die Akteure, barfuß und stumm, im akustischen Nebel, der über die Studiobühne im Düsseldorfer tanzhaus nrw wabert. Das aber höchst kunstvoll. Zwischendurch schrecken die eigenen minimalistischen Sequenzen, Regungen, Gesten sie auf. Zum Beispiel  das  Lupfen der Hosenbeine. Die beiden Männer, mit weißen Unterhemden und braunen Hosen wie Zwillinge gekleidet,  bewegen sich  synchron. Zwei der Frauen tragen gleiche schwarze Blusen und braune Hosen, führen aber ein Eigenleben. Die dritte Frau in artigem Faltenrock und weißer Bluse scheint noch verlorener als die anderen. Wie ein Sterntalerkind hebt sie mit großen Augen die Arme gen Himmel, um ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 42
von Bettina Trouwborst

Vergriffen
Weitere Beiträge
Chandralekha: "Sharira - Fire/Desire"

Die bedeutende indische Choreografin Chandralekha starb in den letzten Tagen des Jahrs 2006. Aber ihr Werk überlebt, was nicht ganz selbstverständlich ist angesichts der zwiespältigen Reaktionen in Indien, mit denen die Choreografin zeitlebens zu kämpfen hatte. Ihre in Madras ansässige Chandralekha Dance Group bringt jetzt erstmals das letzte Stück der Choreografin...

Dead can dance

Im Gartencafé. Mir gegenüber am Tisch sehe ich Rippen, tote Knochen. Der arme Gartenstuhl mit ausgebleichten Holzlatten, ein Gerüst, das weiter unten praktisch und fast anmutig seine Beine kreuzt. Der Platz gegenüber ist leer. «Der Tod ist mitten unter uns», fällt mir unwillkürlich ein, ein Satz, unscharf wie der ganze Begriff vom «Totentanz». Mit den Jahrhunderten...

Lucia Lacarra

Ich jage ein Phantom. Seit Tagen, Wochen. Halte mich am Telefon zur Verfügung. Starre nervös auf mein elektronisches Postfach. Vergesse zu essen. Stattdessen unternehme ich endlose Streifzüge im virtuellen Dschungel. Was steht da über sie? Sie sei «transparent», «irreal», «übernatürlich», «entrückt», «ephemer», «ideal», «eine Verlockung», «die reine Perfektion»,...