dance crazy

In Technicolor waren Tanz und Film mal ein echtes, ziemlich freizügig poussierendes Traumpaar. Im Netz und auf DVD wird der Glanz vergangener Musical-Küsse bewahrt. Manche wurden einst mit Academy Awards vergoldet

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Es ist schon seltsam: Sobald in einem Hollywood-Film eine Ballettszene auftaucht – und das passiert nicht erst seit den Tagen, als Rudolf Nurejew von der Schweineballerina Miss Piggy durch die «Muppet Show» geschleudert wurde oder Barbra Streisand (alias Fanny Brice) als Ugly Duckling «Funny Girl» (1968) an Drähten durch den «Schwanensee»-Studiohimmel flatterte ­–, dann sieht das furchtbar erdenschwer aus. Plötzlich ist kein verzaubertes Federvieh mehr unterwegs, sondern eine Bisonherde, die mit dicken Beinen über den Betonboden stampft.

Selbst reine Ballettfilme wie «The Turning Point» (1977) oder «Black Swan» (2010) tun sich schwer damit, die Tanzwirklichkeit einigermaßen glaubwürdig auf die Leinwand zu bringen.

Aber da die Kamera schwerelos scheint, weil sie zoomen, fahren, an Galgen aufsteigen und durchs Studio fliegen kann, sind die auf der Theaterbühne geltenden Gesetze von Raum und Zeit aufgehoben. Diese Künstlichkeit gibt dem Dance made in California erst den unverwechselbaren Touch und die eigenständige Note. Gar nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn die Studiobosse von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) Gene Kelly erlaubt hätten, in der Highland-Romanze «Brigadoon» (1954) ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Manuel Brug

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