Ein Gespräch mit Dominique Hervieo
Dominique Hervieo, als Choreografin sind Sie jetzt im zweiten Jahr Intendantin am Théâtre national de Chaillot. Das Theater sollte nach erbitterten Debatten zum ersten großen Tanzhaus in Paris werden. Ich hatte nicht erwartet, dass nun doch so viel Theater im Programm steht.
Hat da die Theaterlobby im Kulturministerium Einfluss geltend gemacht? Ich war selbst überrascht. Da laufen Machtkämpfe um symbolische und finanzielle Positionen. Dieses Haus hat eine Theatergeschichte mit Jean Vilar und Antoine Vitez, und viele Abonnenten fühlen sich ihr verbunden. Letztlich müssen wir das respektieren.
Sie produzieren acht Theaterpremieren und setzen 35 Tanzstücke auf den Spielplan. So leiten Sie nun ein «vorwiegend dem Tanz gewidmetes Theater», wie Sie es nennen. Geht das überhaupt zusammen? Wir haben experimentelle Tanzformen im Programm und können feststellen, dass das Publikum schnell reagiert, sogar beängstigend schnell. Es ist sehr offen. Wir haben ein richtiges HipHop-Publikum mit einem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Selbst in Spanien spricht man von einer Renaissance des Flamenco. Tänzer wie Israel Galván beweisen, dass der ursprüngliche Volkstanz einen erneuerten Platz auf der Theaterbühne verdient. Postmoderner Flamenco wird, zumindest für die Los Angeles Times, zum Begriff, und Aurélien Borys neuestes Stück für die französische Tänzerin Stéphanie Fuster gehört in genau...
Die Arbeit der Tänzerin, Choreografin und Tanztherapeutin Irmgard Bartenieff ist ohne eine große Persönlichkeit des Tanzes im 20. Jahrhundert nicht vorstellbar: Rudolf von Laban. Die von der Berlinerin entwickelte Körperarbeit, die «Bartenieff Fundamentals», basieren auf Labans bewegungsanalytischen Theorien. Bartenieff, 1900 geboren, studierte von 1925 bis 1927 in...
Wenn Kinder spielen, wirken sie wie ernsthafte Arbeiter. Sie lauschen mit sämtlichen Sinnen. Im Tanz nennt man diesen wachen, leuchtenden Zustand Präsenz. Martine Pisani und Martin Nachbar, die Französin und der Deutsche, verbindet nicht nur ihr Vorname, sondern die Lust am ernsthaften Spiel, am Zauber des Zufälligen in der Struktur eines strengen Regelwerks, in...
