Jérôme Bel: «A Spectator»
Eins müsse er gleich klarstellen, beginnt Jérôme Bel seine neue Performance im Lilian Baylis Studio vom Sadler’s Wells in London: Was als «27 Performances» angekündigt wurde, habe nun einen anderen Titel «A Spectator», und die Vorstellung, so sei hiermit gewarnt, sei kein Tanz und könne gut und gern länger als die angekündigten 60 Minuten dauern. Er improvisiere nämlich.
Das ist schon das Thema der neuen Koproduktion des französischen Tanzdenkers am Sadler’s Wells.
Alistair Spalding, der Direktor der renommierten Londoner Tanzbühne, bat ihn, ein Stück zur Geschichte des Tanzes zu zeigen, was Jérôme Bel gar nicht schlecht fand. Um dann zum Schluss zu kommen, dass er kein Tanzhistoriker sei, weshalb er nun seine eigene Geschichte der Bühne zum Besten gebe: die eines Zuschauers namens Jérôme Bel.
Er erzählt von seinen Theatererlebnissen, formuliert Thesen zum Verhältnis von Theater und Zuschauer im Allgemeinen anhand des Verhältnisses von Tanz und Jérôme Bel im Besonderen. Sicher, das liefert keine besonders neuen Einsichten. Doch ist «A Spectator» ein unglaublich amüsanter Abend und ein intellektueller Genuss ohnehin. Das Pars in dieser Pars-pro-toto-Bewegung ist Bel. Er erzählt ...
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