die neue für wuppertal
Eine Frau also fürs Diven-Ensemble. Außerdem eine, die mit schönem, offen getragenem Langhaar aussieht, als wäre sie selbst langjährige Bausch-Primadonna. Allerdings: Mit ihrem energischen Sportsgeist und pragmatischen Humor hätte sie wohl auf der Bühne der schmerz-herz-schnurrigen Tanztheater-Damen gelegentlich die fußaufstampfende Anti-Larmoyanzlerin abgegeben. Eigentlich eine ganz schöne Vorstellung. Ab 2017 darf sie das zumindest im Off-Bereich tun.
Adolphe Binder wird den in der deutschen Tanzszene wohl furchteinflößendsten Chefposten übernehmen: künstlerische Leitung des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Sie sei Feministin, sagt die in Rumänien geborene, in Deutschland aufgewachsene Adolphe Binder, und Schweden mit seinem Engagement für Gleichberechtigung sei in dieser Hinsicht eine starke Erfahrung für sie gewesen.
In Göteborg hat der Geschäftsführer der Bausch-Truppe, Dirk Hesse, seine Wunschkandidatin aufgespürt. Dort ist Binder derzeit Direktorin der städtischen Danskompani in einem großen Opernhaus mit 1400 Plätzen bei gerade mal einer halben Million Einwohner. Binder hat trotzdem nicht auf kassentaugliche Handlungsklassiker und Big Names gesetzt, sondern bis auf – wie ...
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Tanz März 2016
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Nicole Strecker
Igor Strawinsky wäre sicher pikiert: Das Sinfonieorchester Münster donnert seine Komposition «Le Sacre du printemps» nur so aus dem Graben – und auf der Bühne benimmt sich die elegante Partygesellschaft völlig daneben. Nur die bloßen Füße erinnern noch an das archaische Urstück. Zu den zeitgenössischen Versionen des Jahrhundertwerks steuert der Münsteraner Tanzchef...
im april: william shakespeare
Egal, ob «Hamlet», «Othello» oder «Ein Sommernachtstraum»: Shakespeare hat auf der Ballettbühne immer Konjunktur. Umso verwunderlicher, dass sich zum 400. Todestag kein Choreograf von Rang mit dem künstlerischen Erbe des Swan of Avon im Uraufführungs-rahmen auseinandersetzt. Vorstellungen gibt es indes zuhauf, etwa beim Birmingham
Royal...
Neunzig Quadratmeter feinstes, jungfräulich weißes Papier, wie ein Tanzteppich auf dem Boden ausgerollt. Schon nehmen die Schwänchen Aufstellung, reihen sich zum ikonischen Pas de quatre aus dem «Schwanensee». Ihre Spitzenschuhe pikieren den Untergrund, die Sohlen senken und heben sich synchron, der Abstand zwischen seitlich geneigter Wange und Schulter scheint mit...
