Foto: Henryk Stenberg
Kopenhagen: Raymonda
Ballettdirektor Nikolaj Hübbe hat alle Hände voll zu tun gehabt in den vergangenen Monaten. Im Oktober hatte am Königlich Dänischen Theater «Weimar» Premiere, seit November wird im selben Haus seine «Raymonda»-Fassung gespielt. «Weimar» mag ein Versuch Hübbes gewesen sein, dem Erfolg von Twyla Tharps Frank-Sinatra-Ballett «Come Fly Away» nachzueifern. Dafür hatte sich der Choreograf ein paar Kurt-Weill-Lieder ausgesucht, es aber nicht geschafft, Rollen zu modellieren oder eine eigene Sprache zu finden.
Eklatant wird Hübbes Unvermögen, eine Geschichte mittels bewegter Körper zu erzählen, bei «Raymonda». Dass dieses Werk nun ausgerechnet auch noch einen der schwächsten Plots aller Petipa-Ballette hat, kommt erschwerend hinzu: Eine junge Frau erwartet die Rückkehr ihres Verlobten von den Kreuzzügen, doch noch bevor dieser eintrifft, macht ihr ein Sarazene den Hof. Eine «Weiße Frau» beschützt jedoch das einander versprochene Paar, und der Nebenbuhler wird hingerichtet. Im dritten Akt folgt die Hochzeitsfeier, es wird eigentlich nur noch getanzt. Man mag verstehen, dass Hübbe es unzeitgemäß fand, jenen herkömmlichen «Clash of Civilisations» zu reproduzieren, bei dem der weiße Mann den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2018
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Charlotte Christensen
Das Wort «Farewell» im Titel bezieht sich auf Joseph Haydns «Abschiedssymphonie» Nr. 45 in fis-Moll – eine berühmte Komposition, da die Musiker im finalen Adagio nacheinander einzeln das Podium verlassen, bis nur noch zwei Geigen übrig sind, die die Melodielinie bis zum Ausklang der Symphonie fortführen. Im Herbst 1772 komponiert, gilt das Werk als mehr oder...
Es geht auch anders. Statt eine Sparte einzusparen, eine aufzubauen. 2011 übernahm Holger Schultze am Theater Heidelberg die Intendanz und fand auf dem Tanzsektor eine Situation vor, die weder den Kooperationspartner Freiburg befriedigte noch die Zuschauer. Er sann auf Abhilfe. Nanine Linning hatte schon unter seiner Intendanz in Osnabrück das Publikum gehörig...
Im September 2017 wurde das Teatro Camões in Lissabon zum Schauplatz eines denkwürdigen Moments in der Geschichte der Tanzwettbewerbe: Ein 18-jähriger Schüler der Central School of Ballet, Harris Beattie mit Namen, räumte bei der von der Royal Academy of Dance ausgerichteteten «Genée International Ballet Competition» alle drei ersten Preise ab: die Gold Medal, den...
