Gül

- eine Wahrsagerin bei Tanz im August

Tanz - Logo

Gül liest aus den Karten. Meist liest sie die Zukunft. Einmal auch die nationalste aller Befriedigungen, den Sieg Italiens bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Seit ihr dieses Kunststück gelungen ist, will es auch der Tanz wissen. Das größte deutsche Tanzfest, Tanz im August in Berlin, unterzog sich vor Publikum einer kniffligen Prozedur. Zuerst wurden die Finanzen schonungslos aufgedeckt. 26095,44 Euro Profit im Jahr 2005 (am diesjährigen Ergebnis wird noch gerechnet), generiert aus einem Budget von 850 000 Euro. Das sind ziemlich gute Karten.

Erste Frage: «Wird es Tanz im August auch in Zukunft geben?» Antwort: «Ja, sehr sicher!» Gül zieht Karten aus ihrem dreifach aufgefächerten Stapel. Dreht sie um, legt sie kreuzweise. Auffällig viele Damen deckt sie auf: «Das ist nicht gut. Interne Querelen. Viel Gossip in der Organisation». Es drohen Veränderungen. «Eine Dame wird eisern regieren», sagt Gül nach einer Weile. Das Leitungsteam des Festivals rutscht unruhig auf den Stühlen. Die Videokamera über ihrem Tisch bestätigt die Karten: «Eine Dame wird viel Einfluss haben». Tage später veröffentlicht eine Dame, die Tanzkritikerin der FAZ, Wiebke Hüster, nicht etwa eine Kritik, sondern ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2006
Rubrik: Celebrities, Seite 22
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Absolute Wilson

Am 4. Oktober 1941 in Waco/Texas geboren, hat der nun 65-jährige Robert Wilson alles erreicht: ein dickes Buch über sein Leben ist erschienen, ein materialreicher Film kommt ins Kino, und das Watermill Center hat eine solide Basis – ein «Ort, der bestehen soll über mich hinaus». So, liebe Rentner, sieht ein Lebenswerk aus. Dabei hat Bob Wilson in jungen Jahren...

Valeska Gert ...

Valeska Gert wollte in einem Kornfeld begraben sein («dann fließt mein Fleisch ins Korn hinein, dann werd‘ ich Brot, bin nicht mehr tot»). Beigesetzt ist sie dann doch auf dem Friedhof, ihr Sarg in orangerotes Tuch gehüllt in Anspielung auf ihren «Tanz in Orange», der wie eine Bombe in den Expressionismus platzte: den «echten», nicht den des «Kunstgewerbes». Tot...

Mark Morris

Mark Morris, do you like Mozart? I didn’t like Mozart when I was younger. It all sounded the same to me. But then I discovered that every second of his music is just so gorgeous. I have done some things with Mozart before, nothing on this scale of course. I directed “La Nozze di Figaro” in Brussels a few years ago. I decided about a year ago to use these particular...