maria walser
Ganz geweißt erscheint am Ende ihr Gesicht. Blutrot die Lippen, gespitzt wie auf dem Bildnis von Otto Dix. Aber Maria Walser schminkt sich die «Anita Berber» nicht einfach an. Vielmehr verkörpert sie ihren Aspekt einer dreifach aufgefächerten Bühnenpersönlichkeit in der «Retro/Perspektive» von Martin Stiefermann in seiner ganzen Ambivalenz: Ichbezogen bis zum Exzess, lässt sie dennoch eine Verletzlichkeit ahnen, die ihr zuletzt zum Verhängnis wird.
Kraftvoll, ja nachgerade obsessiv hämmert sich die Berber der Maria Walser so in den Boden ein, als wollte sie sich selbst zerstören und sich zugleich festnageln in der Erinnerung der anderen.
Kaum zu glauben, dass Maria Walser von Haus aus eine klassische Tänzerin ist. Von Konstanze Vernon eher zufällig entdeckt, absolviert sie an Münchens Heinz-Bosl-Stiftung im Schnelldurchlauf eine Ausbildung, die sie an der Dresdner Palucca-Schule abschließt. Erste Engagements führen sie erst zu Daniela Kurz nach Nürnberg, dann zu Jan Pusch ans Staatstheater Oldenburg, wo sie nicht nur die Bewegungsweisen der anderen kennenlernt, sondern auch die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten entdeckt. Als Schauspieler-Kind ohnehin nicht auf den Mund gefallen, kommt ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 182
von Hartmut Regitz
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