O Vertigo: «La Chambre Blanche»

London

Tanz - Logo

Revivals sind derzeit Programm. Nicht immer machen sie Sinn. Die kanadische Choreografin Ginette Laurin überarbeitete ihre 1992 entstandene Choreografie «La Chambre Blanche» (Das weiße Zimmer) und brachte sie im Frankfurter Mousonturm zur Weltpremiere. Im Künstlerhaus hatte sie 1993 mit der Erstfassung gastiert, überzeugte nun abermals mit dem Stück im selben Set – aber mit anderen Tänzern, mit der neuen Musik von Nicolas Bernier und Jacques Poulin-Denis und bewies: Im Konzepttanz kann expressives Tanzen die Essenz sein.


Ginette Laurin, die vor über zwanzig Jahren O Vertigo in Montreal gründete, beschäftigt sich zunehmend auch mit Installationen und Film. Ihr zentrales Thema sind der Körper und die Beziehungen zum Raum, die Spiegelungen zwischen äußerer und innerer Welt, Seelenlandschaften in Environments. «La Chambre Blanche», Stéphane Roys barockes, aus Steinplatten gefügtes Nebengelass eines Palasts ohne Ausgang, dient als Asyl, Gefängnis oder Irrenanstalt. Es symbolisiert die Situation an äußere oder innere Zwangssysteme gefesselter Individuen, die vergeblich versuchen auszubrechen.

Neun fabelhafte Tänzer stürzen sich in den Überlebenskampf, rasen klaustrophob gegen die Mauern ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 47
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rasta Thomas

Rasta Thomas, der sanfte Ballett-Rebell, wurde 1981 in San Francisco gebo­ren, wuchs in Saudi-Arabien auf, wurde in Washington ausgebildet, wo er mit 13 Jahren als Jüngster den Paris International Ballett Competition gewann. Mit seiner Gruppe Amazing Boys of Dance präsentierte er soeben im Hamburger St. Pauli-Theater die Premiere seiner Tanz-Show «Rock The Ballet».

...
Australian Dance Theatre & Garry Stewart: «G»

Vor acht Jahren machte der australische Choreograf Garry Stewart aus «Schwanensee» ein athletisches «Birdbrain», das auf der ganzen Welt gefeiert wurde als die zeitgenössische Interpretation schlechthin. Mit einer «non-linearen Re-Komposition» ist nun «Giselle» dran, kurz . Es entstand beim letzten Adelaide Festival of Arts mit Hilfe des Joyce Theater in New York,...

Ben Benaouisse, Lies Pauwels: «Venizke»

Auf der Bühne leuchtet ein Eiffelturm in Miniatur, und aus den Lautsprechern dröhnt einer der größten französischen Hits der 1960er Jahre: Jacques Dutroncs «Il est cinq heures, Paris s’éveille». Man lächelt ... Dann wird’s aber ernst, und die Ambiance ist – vorläufig zumindest – dahin: nach der Karaoke-Nummer irren die sechs Akteure  auf der Bühne umher, wie wenn...