barcelona: Kaori Ito: «Island of no memories»
Kaori Ito war im Kontext von Alain Platels «Out of Context» diejenige Frau, die vorn an der Rampe wie ein Rumpelstilzchen krampfhaft ihre Gelenkigkeit zur Schau stellte. Auf einem Bein stehend, das andere schön senkrecht hoch gestreckt und mit der Hand ans Ohr gedrückt. Die richtig blöde Körpershow, mit der die Tänzerschar im Angesicht des Publikums eine Art Erlösung zu erhoffen schien. Allein für diesen leicht bitteren Witz konnte man Platels Stück lieben. Nun hat diese Tänzerin selbst etwas Choreografisches auf die Beine gestellt.
«Island of no memories» ist das dritte Stück der in Frankreich lebenden japanischen Tänzerin, die vorher auch bei Angelin Preljocaj und Sidi Larbi Cherkaoui engagiert war. Für eine Frühversion bekam sie 2009 einen Preis bei einem Pariser Choreografiewettbewerb. Dann wurde sie in das Netzwerkprogramm «Modul Dance» aufgenommen und brachte die einstündige Endversion im Düsseldorfer tanzhaus nrw zur Premiere.
Diese «Insel keiner Erinnerungen» hat zwar einige schöne Momente, geht auf so einer großen Bühne aber unter, weil ihr Umgang mit dem Raum unklar bleibt und das Stück
dramaturgisch nicht gut genug schwimmt. Es stellt drei Figuren vor: zunächst eine Frau, ...
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Tanz November 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Melanie Suchy
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