berlin: Constanza Macras: «The Past»

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Premieren von Constanza Macras zu visitieren, kam zuletzt häufig einer Strafexpedition gleich. Die Choreografin versank zusehends im urbanen Trash-Sumpf, der Sinti- und Roma-Stadl «Open for Everything» markierte 2012 den Tiefpunkt ihrer einst senkrecht gestarteten Karriere. Umso schöner, dass das im Festspielhaus Hellerau bei Dresden uraufgeführte Kriegsmemorial «The Past» nicht nur Substanz hat, sondern nachhaltig Eindruck macht.

Was auch damit zusammenhängt, dass sich Macras zu einer Rückkehr ins Lager der Vollprofis bekehrt hat und hier neuerlich mit ihrem eigenen Ensemble Dorky Park arbeitet.

Die elf Tänzer sind regelrechte Kunst-Wundertüten, weil sie nicht nur besessen verschiedenste Register des zeitgenössischen Tanzes ziehen, sondern dabei sprechen und schauspielern, als wär’s das Einfachste auf der Welt. Tatsächlich verlangt «The Past» diesen multimetierhaften Zugriff, weil das Stück einen heiklen Geschichtsausschnitt fokussiert: die Nacht vom 13. Februar 1945, als Bomberverbände Dresden in Schutt und Asche legten. Macras hat sich von Zeitzeugen erzählen lassen, was ihre Kinderaugen damals mit ansehen mussten: Fami-lien, Straßenzüge, ganze Stadtviertel, die der Feuersturm ...

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Tanz Dezember 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Dorion Weickmann

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