Ben Benaouisse, Lies Pauwels: «Venizke»
Auf der Bühne leuchtet ein Eiffelturm in Miniatur, und aus den Lautsprechern dröhnt einer der größten französischen Hits der 1960er Jahre: Jacques Dutroncs «Il est cinq heures, Paris s’éveille». Man lächelt ... Dann wird’s aber ernst, und die Ambiance ist – vorläufig zumindest – dahin: nach der Karaoke-Nummer irren die sechs Akteure auf der Bühne umher, wie wenn sie vor dem (fiktiven) Vorsprechen noch kurz eine schloten würden (was sie auch tun, der Genfer Feuerpolizei zum Trotz!). Ein Mädel geniert, die andere verstört, ein Dritter ist erbost und verbissen.
Links hängen Kostüme, rechts steht eine Sitzgruppe (zum Stress abbauen), ganz hinten funkeln ein paar Schminktische mit Glühbirnen und Spiegel.
In diesem Dekor liefern die Tänzer je ihre eigene Nummer: Da ist der dicke, aggressive Benny, der in langen Tiraden und mit expressiven Gesten über die Avantgarde der 1990er herzieht. Unmenschliche Produzenten haben ihm einst Ruhm und Glanz versprochen – aber was soll das Theater? Zwei Mädchen haben verweinte Augen und telefonieren, weit weg von zu Hause, schluchzend mit Mami: Hält der Traum von der Bühne in der Fremde Stand? Nur die glamouröse Blonde zweifelt nicht: Geschäftig wickelt ...
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