faile@nycb
«Das New York City Ballet war immer schon stolz darauf, besonders experimentierfreudig und innovativ zu sein», sagt Peter Martins, Leiter der weltberühmten Ballettkompanie im Lincoln Center – natürlich. Denn keine Kunstform hat derart taufrische Aspiranten, keine andere ist aber auch dermaßen «Beauty and the Beast» zugleich, sagt der bildende Künstler Patrick Miller, der zusammen mit Patrick McNeil die diesjährige New York City Ballet Art Series entworfen hat.
Das Künstlerduo aus Brooklyn, das unter dem Label «Faile» firmiert, stieg tief hinab in die Archive der Kompanie, hat Fotos, Kostümskizzen, Porträts studiert, um hernach eine gigantische, aus aberhunderten von Holzklötzen bestehende, knallbunte Säule im Wandelfoyer des Lincoln Center, der Heimat des Balletts, mit feinster Siebdruckkunst zu bestücken.
Was das Faile-Duo in den Tiefen der Archive der vor 65 Jahren von Lincoln Kirstein und George Balanchine gegründeten Truppe entdeckte, scheint so irritierend wie beeinflusst vom Kinoreißer «Black Swan». Miller und McNeal hoben aus den Tiefen gut gelaunte Ballerinen, die von Riesenkraken aus dem Gullideckel heraus angegriffen werden, oder devote Novizinnen, die sich an die Gunst ...
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Tanz April 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann
Sein Vertrag lief nur noch bis zum 8. September, dann hätte Kevin O’Day komplett neu verhandeln müssen – doch neuerdings ist der bisherige Ballettchef nun sogar Ko-Intendant des Nationaltheaters Mannheim, eines urdeutschen Fünfspartentheaters mit immenser Tradition. 1785 hob es Friedrich Schillers skandalumwitterte «Räuber» aus der Taufe, seine Tanzgeschichte...
Er ist dunkelhäutiger, älter, mächtiger, einfach anders als der Rest – doch was ihn zum Helden macht, macht ihn auch zum Narren. Das Fremdsein ist Distinktion und Verhängnis zugleich, so ist es schon bei William Shakespeare. Seit Peter Zadek einst seinen übergewichtigen Schauspieler Ulrich Wildgruber in einen Schuhcreme-Mohren verwandelte, wird «Othello» regelmäßig...
«Wo sind die schwarzen Balletttänzer?», fragten im Herbst 2012 Olivia Goldhill und Sarah Marsh in der britischen Tageszeitung «The Guardian». Die Autorinnen, selbst weder Tanzkritikerinnen noch bislang mit einschlägigen Publikationen in Erscheinung getreten, beklagen den Umstand, dass es in großen, internationalen Ballettkompanien so wenig schwarze Tänzer gibt....
