Erinnerungsorte
Die Tage werden dunkler, die Nächte länger. November. Zeit, einmal innezuhalten. Zeit, sich zu erinnern. Zeit, der Verstorbenen zu gedenken. Allerheiligen. Allerseelen. Totensonntag. Es ist kein Zufall, dass sich gerade in diesem Monat solche Tage häufen.
Doch wie und wo sich erinnern? Márcia Haydée, die langjährige Primaballerina und Prinzipalin des Stuttgarter Balletts, hat sich einmal bitter darüber beklagt, dass sich für so große Künstler wie Maurice Béjart oder Richard Cragun kein konkreter Ort mehr findet, um ihnen Reverenz zu erweisen.
Beider Asche wurde wunschgemäß auf dem Meer verstreut.
Besser ist es, über einen Stein zu stolpern, wenn sich schon aus traurigen Gründen kein Erinnerungsort erhalten hat. Gunter Demnig hat unzählige «Stolpersteine» verlegt – Messingquader, die ins Trottoir eingelassen werden, um auf diese Weise gegen das Vergessen der NS-Opfer anzukämpfen. In Berlin gibt es inzwischen viele davon, und zwei rufen das Schicksal von Tatjana Barbakoff und Oda Schottmüller ins Gedächtnis. Die eine kam im KZ Auschwitz ums Leben, die andere wurde hingerichtet.
Es gibt Gedenktafeln. Unter den mehr als 3000 in Berlin ganze drei, die Tänzerinnen gewidmet sind: Anita ...
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Tanz November 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Hartmut Regitz
Frankfurt u. a.: Tanzfestival Rhein-Main
Wie die Region selber wächst auch ihr Tanzfest rasend schnell. Erst vor zwei Jahren gegründet, wimmelt es bereits an großen Namen: Ohad Naharin studiert sein «Sadeh21» fürs Hessische Staatsballett ein, Emanuel Gat feiert mit dem hiesigen Ensemble Modern sein jüngstes Stück -«Story Water» (tanz 8-9/18). Meg Stuart kommt mit...
Newcomer: Letizia Masini, Daniele di Donato
Die gebürtige Florentinerin Letizia Masini wurde 2002 an der Ballettakademie des Teatro alla Scala aufgenommen und kann daher als echtes Gewächs der Mailänder Schule angesehen werden. Dort steht die 17-Jährige derzeit kurz vor ihrem letzten Ausbildungsjahr – eine brünette junge Frau, langgliedrig und von ausgeprägtem...
Die Glühwürmchen knipsen die Lampen an – auch die im eigenen Kopf: Leuchtkäfer gelten in vielen Kulturen als die Seelen der Verstorbenen. Ein schöner Gedanke, dass die Leuchtkäfer in der in Mulhouse uraufgeführten Choreografie «Fireflies» von Bruno Bouché beim Ballet de l’Opéra National du Rhin die Seelen jener Soldaten sein könnten, die in dem an diesem Abend...
