bewegtes lernen
Ssssssss – 15 junge Tanzpädagogen sausen durch einen großen Raum des Eden***** in Berlin-Pankow. Sie probieren aus, wie ein «S» tanzen würde. Aber wie bewegt sich ein Buchstabe? Wie ein «T», ein eindeutig abrupter Laut, einer, bei dem im Gegensatz zum «S» die Bewegung stoppt. Töh! Töh! Töh! Mit durchgedrücktem Rücken hopsen 15 erwachsene Seminaristen in alle Richtungen. Es hat eindeutig etwas Trotziges. Beim «A» breiten sich die Arme weit aus, die Sonne geht auf.
Auch das «M» ist genießerisch, orientiert sich jedoch, anders als das «A», nicht nach außen, sondern – wenn der Körper seinem eigenen Klang folgt – nach innen. Buchstaben sind keine abstrakten Zeichen, sie haben einen Klang, der ganz und gar körperlich ist.
Die Tanzpädagogen stellen mit ihren Körpern Worte nach, tanzen und singen sie. Was die Kinder lernen, mit denen solche Spiele später einmal gespielt werden, ist mehr als nur, dass sie sich einen Buchstaben besser einprägen können. Auf lebendige Weise lernen sie, dass zwischen den Wörtern und diesen komischen Buchstaben, aus denen sie sich zusammensetzen, eine Verbindung besteht. Dass die Bedeutung der Wörter auch in ihrem Klang, in ihrer Körperlichkeit, aufgehoben ist. ...
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Tanz November 2011
Rubrik: praxis, Seite 66
von Michaela Schlagenwerth
«Wir sind fünf Tänzer, die schon lange mit der Idee spielen, selbst eine Produktion auf die Beine zu stellen und zu vermarkten. Bisher sind aber unsere Ideen nicht umgesetzt worden, weil wir uns schon aus finanziellen Gründen scheuen, eine GmbH oder etwas ähnliches zu gründen. Wir wollen miteinander kreativ sein, haben aber das Gefühl, dass wir irgendwie etwas...
...sind ja etwas so Selbstverständliches: Mann und Frau im Pas de deux. Was für ein liebreizendes Bild von Liebe. Aber dass ein Maler und eine Malerin innig sich ein gemeinsames Bild erschaffen. Oder eine Schriftstellerin und ein Schriftsteller in Liebe zueinander ein Buch verfassen – davon schon gehört? So etwas hat Seltenheitswert. Nicht im Tanz. Sol León und der...
I.
Es ist 2011. Experten bezeichnen die Gegenwart als «Wissens- und Medienzeitalter». Menschen gehen trotz Cyberwelten in Tanz- und Theaterhäuser. Dafür berühren die Umstürze in Nordafrika den Westeuropäer nur bedingt. Berufsbezeichnungen wie «Schauspieler», «Tänzer» und «Kabarettist» existieren nach wie vor. Vom Ersten erwarten wir, dass er stimmlich, vom Zweiten,...
