Was schreibt die Geste?
Auch im Tanz geht es immer häufiger darum, Erwartungen zu enttäuschen und Laborsituationen zu schaffen, die das Publikum herausfordern und verunsichern. Wenn diese Tendenz in William Forsythes Arbeit verstärkt wahrzunehmen ist, seit der institutionelle Rahmen des Ballett Frankfurt weggekürzt wurde, erscheint es, als wäre das neuerliche Experimentieren wie ein Statement, dass die Kompanie überhaupt noch existiert, obwohl ihr das Existenzrecht bestritten wurde. Gerade die Fortsetzung der Arbeit zeigt, dass sie ein Recht hat, sich zu behaupten und Tanz andrs zu machen und zu sehen.
Jetzt erst recht – wo es auf keine Weise mehr selbstverständlich ist, dass es ihre Arbeit gibt. So artikuliert sich ein Recht auf Dasein, das mit einem Recht auf Tanz zusammenfällt.
Worin aber liegt das Politische in der Arbeit der Forsythe Company, wenn es nicht bloß darum gehen kann, weiter Kunst zu produzieren und den Repräsentanten der öffentlichen und privaten Haushalte zu ermöglichen, sich darin zu spiegeln? Ein Seitenblick auf die Entwicklung des Theaters zeigt, dass sich die Frage nach dem Politischen besonders oft da stellt, wo der Gegensatz zur Politik aufreißt, nicht nur zur Politik der Kultur und ...
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Naomi Buck:Sten, why did you come to Berlin?
Sten Rudstrøm:It felt like a city that was changing all the time. Most other cities have established the way they are, set their plan down. It felt like this city was in flux, that nothing was complete.
Naomi Buck:Has that proven true?
Sten Rudstrøm:Some things aren’t changing. I realise that there are some systemised ways...
Am 15. Dezember 2006 jährte sich zum zwanzigsten Mal der Todestag Serge Lifars. Schon zum dritten Mal seit 1986 widmete die Opéra de Paris dem ersten männlichen Étoile ihrer Geschichte eine getanzte Hommage. Doch weit mehr als Tänzer, war Lifar Mentor, Erneuerer, Choreograf und Theoretiker. Sein Pech war, dass seine Blüte in die 1930er und 40er Jahre fiel und dass...
John Adams, weder Meuterer der Bounty, noch einer der ersten US-Präsidenten, sondern der lebendige amerikanische Komponist, ist ein Glücksfall für John Neumeier. Adams macht die Bewegungen eckig, Adams zwingt zur Rhythmik, Adams hilft gegen allzu elegisches Handlungsballett.
John Neumeier wollte als Kommentar zu seinem wieder aufgenommenen «Artus» von 1982 ran an...
