Feuertänze für Nichtraucher
Sie sind drei Tage lang gelaufen. Vierzig Männer und Frauen. Mit dem Bus gefahren. Auf einem Laster durch den Dschungel geschaukelt. Haben mit Booten Flüsse überwunden. Ein kleines Flugzeug flog je drei Personen samt Gepäck über die Berge, Fuhre für Fuhre, um sie immer weiter nach Süden zu bringen. Es war die erste große Reise der Xavantes-Indios aus dem Mato Grosso in Zentralbrasilien, gleichweit von allen Meeren entfernt. Ihr Ziel: São Paulo, um Gilberto Gil, dem brasilianischen Präsidenten zu zeigen, dass auch Indianer Bürger sind. Mit eigener Lebensweise.
Ohne Kenntnis der Landessprache. Ohne Eintrag ins Melderegister. Sie haben mächtig Eindruck gemacht. Sie haben ein gewaltiges Feuerritual getanzt. Gil war begeistert. Jetzt haben sie einen brasilianischen Pass, zum ersten Mal in ihrem Leben. Nicht, um die Arbeit der Polizei zu erleichtern. Sondern, um abermals ihre Sachen zu packen, wieder die lange Strecke zu überwinden, erneut nach São Paulo zu reisen. Um dann, mit einem italienischen Visum, am 8. und 9. Juni ihr Feuerritual auf der Biennale di Venezia zu tanzen. Aus dem tiefsten Busch in eine der schönsten Städte Europas. Mit Esspaketen für eine Woche. Denn Pizza und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er ist sich selbst ein Rätsel. Wenn ich an der Schnur ziehe und das Licht einschalte, warum springe ich dann auf den Tisch? Warum verrenken und verknoten sich meine Arme und Beine? Ex-Forsythe-Tänzer Richard Siegal hat sich einiges von US-HipHopper Doug Elkins abgeschaut und schafft in «If», einem kurzen Solo für Akteur, Tisch und Stehlampe, Akzente nonchalanter...
Als beste neue Ballettproduktion ist in Moskau das Mariinsky Ballett St. Petersburg für seinen Abend mit Choreografien von William Forsythe mit der Goldenen Maske ausgezeichnet worden. Der Balanchine-Abend desselben Ensembles ging dagegen leer aus – wie auch die neue «Romeo und Julia»-Fassung des Moskauer Bolshoi (von Radu Poklitaru und Declan Donnellan). Als...
«Multitudes» heißt eine Zeitschrift im Zeitalter der Netzwerke. Eine transnationale Redaktion gibt sie dreimal im Jahr heraus und sympathisiert mit der weltweiten, informellen Bewegung um Toni Negri und Michael Hardts Buch «Empire», um politisch, strategisch und philosophisch Perspektiven des Wandels und der «sozialen Befreiung» herbeizuführen. Ein Magazin, das...
