ausstellen
Wenn ich an den Körper denke, denke ich an ihn zunächst ohne Kleidung. Die Haut und die Muskeln übermitteln eine unbeschreibliche Direktheit und Ehrlichkeit. Sie verraten und übertragen alles sofort, jede Regung, jede Spannung, jede Berührung, jede Anstrengung.
Als «Abdrücke» in Brüssel im kleinen Park vor dem Théâtre de la Balsamine gezeigt wurde und männliche Jugendliche die Tänzerin (in Unterwäsche) «total krass und geil» fanden und jeden ihrer Blicke auch zwischen die Beine kommentierten, fragte ich mich, warum ich die Tänzerin so ausstelle, was das bedeutet.
Ob man die Haut sehen und spüren muss, wenn man an den Körper als Installation und Skulptur denkt? Als die Jugendlichen am nächsten Tag als wortlose Zuschauer aus einiger Distanz wieder da waren, fragte ich mich, ob ich nicht besser sie ausstellen sollte.
Bei meinen Installationen wie «Abdrücke» oder «Don’t touch», in denen Nacktheit, Sexualität und Haut sehr präsent sind, der Zuschauer sich aber frei bewegen kann, findet für mich etwas statt, was enorm aufregend ist: Der Zuschauer entscheidet selbst über seine Distanz und seine Nähe, wodurch Scham, Erotik und Körperlichkeit des Zuschauers eine ebenso große Rolle spielen ...
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